
„Seit Längerem stellen Sie auf Seite 1 Nischen- und Minderheitenthemen dar – um was damit zu erreichen? (…) Haben Sie die politische Berichterstattung aufgegeben oder meinen Sie, dass sie nicht mehr von Interesse ist?“ Das schrieb uns ein Leser aus Zirndorf unlängst. Regelmäßig erreichen uns Zuschriften, die sich mit der ersten Zeitungsseite befassen: mal Lob für ein besonders schönes Bild oder ein außergewöhnliches Thema, aber auch Vorwürfe à la „belanglos“. Auch die Frage, ob Künstliche Intelligenz die Themen auswähle, hören wir immer mal wieder.
Das Wichtigste zuerst: Selbstverständlich überlassen wir so eine wichtige Aufgabe nicht der KI. Die Seite 1 ist das Schaufenster für die gesamte Ausgabe – hier soll sich ein breites Spektrum von Themen finden: sachliche Information, die wichtigsten gesellschaftlichen und politischen Vorgänge, aber auch Unterhaltsames.
Der Fokus liegt auf dem Geschehen in der Region
Früher waren Titelseiten von Zeitungen oft auf „die große Politik“ ausgerichtet: Bundestagsdebatte, UN-Sicherheitsrat, Nato-Treffen – eine Art gedruckte „Tagesschau“. Heute wollen wir vor allem abbilden, was sich in unserer Region abspielt.
Vor allem soll die Titelseite Lust machen auf die Lektüre. Dass nicht jedes Thema alle Leser interessieren wird, ist uns klar. Aber wir wählen so aus, dass die Mischung unserer Meinung nach passt. Mit den großen Titelbildern wollen wir unsere eigenen, großen Geschichten besonders hervorheben. Aber natürlich eignet sich nicht jedes Thema – trotz aller Relevanz – für eine Bebilderung auf der ersten Seite. „Wir wollen unseren Lesern ja morgen beim Frühstück nicht den Appetit verderben“, ist ein regelmäßig zitierter Satz.
Leser Thomas R. schrieb uns Anfang Februar, er bedauere es, dass die erste Seite der Zeitung „doch eher von negativ geprägten Aussagen und Fragestellungen“ geprägt sei. Er wünsche sich deswegen mehr positive Nachrichten auf der Seite 1: „Das tut uns allen gut und schafft Freude und Lichtblicke!“ Wir werden es weiterhin versuchen – allen Krisen zum Trotz.
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