
U-Bahnhöfe sind in vielen Großstädten Orte des Grauens: dunkel, hässlich, aus der Zeit gefallen. In der deutschen Hauptstadt kann man das nicht so behaupten. Da ist es unterhalb der Erde - manchmal - schöner als darüber. Eine Reihe von Stationen sind ziemlich interessant gestaltet und es lohnt sich, mal ein paar Stunden zwischen ihnen hin und her zu fahren.
Einer der künstlerisch interessantesten U-Bahnhöfe ist die Station Klosterstraße nahe dem Alexanderplatz. Sie ist gefliest und sieht aus wie ein Palmengarten. Architekt Alfred Grenander ließ vor weit mehr als 100 Jahren Palmendekor auf Fliesen brennen, die an den Palast des babylonischen Königs Nebukadnezar erinnern. Stamm und Krone sind nur stilisiert, aber das macht es erst recht attraktiv. Zur Bauzeit der U-Bahn waren deutsche Forscher auch an Ausgrabungen im historischen Babylon beteiligt, deswegen das Interesse an dieser Zeit.
Das sind Berlins U-Bahnstationen: vom Sternenhimmel bis zu Gedichtzitaten
Andere spannende Stationen sind Museumsinsel (mit einem Sternenhimmel wie aus Mozarts Zauberflöte), Heidelberger Platz (monumental und kathedralenartig), Wittenbergplatz (nach britischem Vorbild), Bundestag (mit einer Lichtinstallation von Olafur Eliasson), Paulsternstraße (im Stil der 70er/80er Jahre) und Westhafen (mit Gedichtzitaten).
Wie komme ich hin: Der Bahnhof Klosterstraße liegt auf der gut 17 Kilometer langen Linie U2 zwischen den Endstationen Pankow und Ruhleben. Die übrigen erwähnten Stationen sind rasch über die Berliner Verkehrgesellschaft (bvg.de) herauszufinden.


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