
Schriftsteller Ludwig Thoma persiflierte unter anderem die einstige Politik in Bayern und machte sich zum Beispiel über den fiktiven Bürgermeister des ebenso fiktiven Örtchens Dornstein lustig. Behäbig, bräsig und auch sehr naiv - das Bild, das Thoma in seinen Werken von Kommunalpolitikern zeichnete, hat mit dem heutigen Alltag der Rathauschefs im ländlichen Raum jedoch wenig bis nichts zu tun. Selbst in kleinen Gemeinden mit überschaubarer Struktur hat die Komplexität des Amtes stetig zugenommen.
Digitalisierung, eine oft überbordende Bürokratie und geringer finanzieller Spielraum machen nicht nur den Politikern in Großstädten zu schaffen. Dazu gesellt sich eine Anspruchshaltung mancher Bürger, für die der Bürgermeister oft der Prellbock ist. Und nicht selten wird er für Probleme verantwortlich gemacht, für die er beziehungsweise die Kommune gar nicht verantwortlich sind.
Kommunalwahl in Bayern 2026: Manchmal findet sich kein einziger Kandidat
Man darf sich also nicht wundern, wenn sich mittlerweile in manchen Gemeinden kein einziger Bewerber für diesen Posten findet. Freuen wir uns also, wenn wir uns in unserem Heimatort am 8. März zwischen mehreren Bewerbern entscheiden können. Denn die Wahl zu haben, ist der wichtigste Grundpfeiler einer Demokratie.

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