Ingolstadt - Für Sinan Akdag war es ein großer Abend, für seine Nürnberg Ice Tigers ein Spiel, das sie schnell vergessen sollten: In Ingolstadt startete die Mannschaft von Mitch O‘Keefe mit einem starken ersten Drittel, war danach aber zu harmlos für einen Sieg.
01.03.2026 21:37 Uhr

Am 7. September 2007 war er ein Exot, ein Eishockey-Profi mit türkischen Wurzeln hatte es zuvor noch nicht in die höchste deutsche Spielklasse geschafft. 19 Jahre später sind es doppelt so viele: Akdag und Yasin Ehliz, beide holten 2018 bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang die Silbermedaille - für Deutschland. Und 19 Jahre später zählt Akdag immer noch zu den Exoten. Seit dem Auswärtsspiel am Sonntag in Ingolstadt ist er der 14. Profi, der es auf 1000 oder mehr Partien in der Deutschen Eishockey-Liga gebracht hat.

Auch um dieses Ziel zu erreichen, ist der 36 Jahre alte Verteidiger nach einem kurzen Ausflug in die DEL2 nach Nürnberg gewechselt. Die Ice Tigers brauchen den Rosenheimer, dessen Vater ihn auf Empfehlung eines Arbeitskollegen beim Eishockey angemeldet hatte, derzeit dringender denn je. Zu den Verletzungen von Kapitän Marcus Weber, Josef Eham und Cody Haiskanen gibt es zweieinhalb Wochen vor Beginn der Playoffs auch weiterhin keine offiziellen Informationen. Wie schon beim glücklichen 4:3 in Dresden am Freitag lief Mittelstürmer Will Graber deshalb als Verteidiger auf und nicht nur, weil er diese Aufgabe nun schon zweimal souverän gelöst hat, wird er sich mit diesem Positionswechsel arrangieren müssen. Für die Ice Tigers geht es darum, die Teilnahme an der emotional bedeutenden und wirtschaftlich wichtigen Saison-Verlängerung zu sichern, auf Eitelkeiten kann da keine Rücksicht genommen werden. In Ingolstadt gab es dafür keine Punkte, beim 1:4 (1:1, 0:1, 0:2) aber eine Leistungssteigerung.

Cole Maier schießt im dritten Spiel das fünfte Tor für die Nürnberg Ice Tigers

Die drei Punkte bei den als sportlichen Absteiger feststehenden Eislöwen in Dresden hatten sie allein Cole Maier zu verdanken, der in lediglich sieben Minuten aus einem 1:3 einen Sieg gemacht hatte. In Ingolstadt brauchte er nur 16 Spielminuten um im Power-Play einen Pass von Evan Barratt ins Ingolstädter Tor abzulenken. Weitaus klarere Chancen hatten Brett Murray und Barratt nicht nutzen können. Greg Meireles vergab das 2:1 (20.), da stand es bereits 1:1, weil der Klärungsversuch des 1000-Spiele-Verteidigers Akdag beim 1110-Spiele-Stürmer Daniel Pietta landete, der Evan Fitzpatrick keine Abwehrchance ließ (20.).

Nürnberg Ice Tigers - Augsburger Panther
Absolviert am Mittwoch sein 1001. DEL-Spiel: Ice Tigers-Verteidiger Sinan Akdag. © Sportfoto Zink / Thomas Hahn

Ein Foul von Akdag an Pietta führte zum Ingolstädter Führungstreffer: Daniel Schmölz hatte sich in Überzahl in den Rücken der Nürnberger Verteidiger geschlichen, auch er hatte Zeit und Platz, Fitzpatrick auszuspielen (28.). In der Folge erinnerten sich beide Teams, dass sie sich vor einem Jahr noch eine hitzige Viertelfinalserie geliefert hatten. Mitch O‘Keefe dürfte gefallen haben, dass sich seine Ice Tigers wehrten. Die Panther aber fanden darüber zu ihrer Souveränität. Myles Powell schloss einen feinen Konter zum 3:1 ab (44.).

Wichtiges Heimspiel für die Nürnberg Ice Tigers gegen Schwenningen

Barratt kreierte danach noch gute Tormöglichkeiten, Leon Hüttl aber nutzte auf der anderen Seite seine eigene zum 4:1 für die Gastgeber. Am Mittwoch (19.30 Uhr) schon folgt Akdags 1001. Partie - es ist ein wichtiges Heimspiel. Mit den Schwenninger Wild Wings empfängt der Zehnte den Neunten der DEL-Tabelle.


Info

Nürnberg: Fitzpatrick; Karrer/Headrick, Akdag/Graber, Böttner/J. Weber - Murray/Dove-McFalls/Barratt, Ustorf/Meireles/Spezia, Heigl/Maier/Gerard, Bakos/Kechter/Alanov. - Tore: 0:1 Maier (16:13/5-4), 1:1 Pietta (19:02), 2:1 Schmölz (27:53/5-4), 3:1 Powell (43:46), 4:1 Hüttl (56:14). - Schiedsrichter: Schrader/Huber. - Zuschauer: 4388. - Strafminuten: 10 - 8.