Schwabach - Vortrag über Vereinendes und Trennendes zur Osterberechnung am 12. März in Schwabach.
26.02.2026 10:17 Uhr

Die Bürgerstiftung Unser Schwabach lädt am Donnerstag, den 12. März um 19.30 Uhr zum kostenfreien 35. Forum Bürgerstiftung in die Mensa des Adam-Kraft-Gymnasiums in Schwabach ein. Prof. Dr. Klaus Peter Zeyer wird zu den Problemen der Osterberechnung vortragen.

Zeyer wurde 1967 in Würzburg geboren und lebte als Kind von 1969 bis 1974 in Schwabach. Der habilitierte Chemiker hat seit 2009 eine Professur für Verfahrenstechnik und Reaktionstechnik an der Hochschule München. Der Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung, Ralf Gabriel, lernte Zeyer bei der Recherche zur Erstellung des von der Bürgerstiftung herausgegebenen Buches zum Schwabacher Globenbauer Johann Philipp Andreae kennen.

„Das richtige Thema zur Passionszeit“

Seit seiner Kindheit interessiert sich Zeyer für Astronomie, Astronomiegeschichte und Kalenderkunde. Das Osterfest wird bei orthodoxen Kirchen zumeist an anderen Terminen gefeiert als bei der katholischen und evangelischen Kirche. Die Ursachen werden durch den Referenten vermittelt. „Genau das richtige Thema zur Passionszeit“, sagt Gabriel.

Am Abend wird herausgearbeitet, dass die oft mit Religion begründete unterschiedliche Osterberechnung letztendlich eine Frage von Macht und Ausdruck eines eigenständigen Weges ist.

Orthodoxe Kirchen uneins zu Festtagsterminen

Die Orthodoxe Kirche Finnlands trennte sich im Zuge der Unabhängigkeit ihres Landes von der Russisch-Orthodoxen Kirche und stellte im Jahr 1921 ihren Kalender komplett auf den gregorianischen um. Sie feiert nicht nur die feststehenden Feiertage, sondern auch das Osterfest am westlichen Termin. Die Orthodoxe Kirche der Ukraine begeht Weihnachten seit 2023 am 25. Dezember statt am 7. Januar und distanziert sich damit von der russischen Kirche. Die protestantischen Fürstentümer ließen sich zwischen der Einführung des neuen Kalenders von Papst Gregor XIII im Jahr 1582 zum Großteil bis zum Jahr 1700 Zeit, diese Fortentwicklung auch bei sich umzusetzen. Serbien hält weiter streng an der Tradition, wie die russisch-orthodoxe Kirche, fest. „Am Kalender wird schon immer Politik sichtbar. Die fachlichen Hintergründe zu erfahren, bietet das 35. Forum“, sagt Gabriel.