Nürnberg - Ausgeruht, frisch und mit neuen Ideen hatten die Nürnberg Ice Tigers in den Saisonendspurt starten wollen. Nach dem 1:4 gegen die Iserlohn aber fängt die Arbeit wohl erst so richtig an.
25.02.2026 22:04 Uhr

Sie sorgen für den unverwechselbaren Sound der PSD Bank Arena und sind inzwischen so selbstverständlich, dass sich gegnerische Fans nicht einmal mehr darüber lustig machen: fächerartig faltbare Krachmacher aus Karton, sogenannte Krachmacher. Vor Spielen der Nürnberg Ice Tigers liegen sie auf den Sitzplätzen, bedruckt sind sie mit den aktuellen Spieltagsaufstellungen und illustriert mit je einem Spieler. So war das auch beim Gastspiel der Iserlohn Roosters. Für die Heimmannschaft fiel die Wahl auf Cole Maier. Die Ice Tigers hatten zum Zeitpunkt des Druckauftrags nicht ahnen können, dass der sehr wahrscheinliche Wechsel des US-Amerikaners nach, natürlich, Iserlohn am Tag vor dem Wiederbeginn des Spielbetriebs in der Deutschen Eishockey-Liga publik werden würde.

In Eishockey-Deutschland ist für solche nicht autorisierten Veröffentlichungen ein X-Nutzer namens „rinkrat“ verantwortlich, von dem niemand weiß, wer sich dahinter verbirgt. Selbst Nürnbergs Sportdirektor Stefan Ustorf hatte Rinkrats Glaubwürdigkeit bereits anerkennen müssen. Ob Zufall oder nicht: Maier spielte an diesem Mittwochabend gegen seinen künftigen Arbeitgeber eine Hauptrolle. Nach 20 Sekunden hatte er die erste Großchance der Partie, in der 6. Minute wischte er den Puck aus dem Iserlohner Torraum, danach passte er sich der Vorstellung der Ice Tigers an. Seine vor allem im eigenen Drittel indisponierte Sturmreihe kassierte die ersten drei Gegentreffer. Und als die Gastgeber dann selbst trafen, war natürlich auch Maier dafür verantwortlich. Das ernüchternde 1:4 (0:1, 1:3, 0:0) gegen die Gäste aus dem Niemandsland der DEL-Tabelle konnte er aber nicht verhindern.

Der Ex-Nürnberger Daniel Fischbuch hilft den Ice Tigers

Vier Wochen hatten die Fans auf diesen Auftritt warten müssen. Die Olympia-Pause hatten die Ice Tigers zunächst zu einer zweiwöchigen Erholung genutzt und um sich dann zwei Wochen lang gezielt auf die Intensität der ausstehenden acht Punkterundenpartie und möglichst lange Playoffs vorzubereiten. Noch vor einer Woche hatte sich Mitch O‘Keefe zufrieden gezeigt mit der Frische seiner Spieler und der Ernsthaftigkeit der Trainingseinheiten. Beim Wiederbeginn war davon nach ordentlichen Beginn nichts zu sehen. Lua Niehus (10.) erster, verdeckter Saisontreffer schien da noch ein Betriebsunfall zu sein. Im zweiten Drittel verloren die Ice Tigers beim 0:2 durch den Ex-Nürnberger Eric Cornel auf Vorlage des Ex-Nürnbergers Daniel Fischbuch (28.), bei Macoy Erkamps‘ erstem Saisontreffer (30.) und bei Mattias Lassens zweiten Saisontreffer allerdings vollkommen die Ordnung (35.). Eine Reaktion zeigte allein Josef Eham und holte sich bei einem Faustkampf buchstäblich eine blutige Nase.

Offensiv fehlte es an der Dringlichkeit, defensiv an jeglicher Konsequenzen - auch nachdem die Zuschauer nach Maiers 1:4 ihre Klatschpappen malträtieren durften. Hilfe bekamen die Ice Tigers von einem Ex-Kollegen: Weit abseits des Pucks schwang Fischbuch seinen Schläger einmal gegen Marcus Weber durch. Nürnbergs Kapitän verletzte sich dabei an der Hand, Fischbuch wurde per Spieldauerstrafe für seinen Stockschlag zum Duschen geschickt (52.). Eine Minute lang herrschte zu Beginn Hoffnung in der Arena, dann erwischte Brett Murray einen Gegner mit seinem Schläger im Gesicht. Der Iserlohner sammelte seine Zähne vom Eis auf. Auf die Strafbank geleiteten die Schiedsrichter, nach Videosichtung, allerdings Cole Maier. Auch das passte zu diesem Abend, der trotz 5800 Fans auf den Rängen sehr ruhig zu Ende ging.

Am Freitag (19.30 Uhr) geht es für die Ice Tigers in Dresden weiter - beim Tabellenletzten. Die Rollenverteilung sollte dann klar sein, das war sie allerdings auch an diesem Mittwoch.


Info

Nürnberg: Treutle; Akdag/Haiskanen, Karrer/Headrick, M. Weber/J. Weber, Böttner – Gerard/Maier/Meireles, Murray/Dove-McFalls/Barratt, Heigl/Graber/Spezia, Ustorf/Kechter/Eham. – Tore: 0:1 Niehus (9:36), 0:2 Cornel (27:59), 0:3 Erkamps (29:13), 0:4 Lassen (34:01), 1:4 Maier (39:42). – Schiedsrichter: Hunnius/Rohatsch. – Zuschauer: 5800. – Strafminuten: 19 – 16 plus Spieldauer (Fischbuch).