Neumarkt - Mit hohen Rendite-Versprechen köderte ein mutmaßlicher Betrüger seine Opfer. Auch ein 60-Jähriger aus dem Kreis Neumarkt ging dem auf den Leim - hat aber nun der Polizei geholfen, den Übeltäter dingfest zu machen.
25.02.2026 08:54 Uhr

Ein 69-jähriger Mann aus Niedersachsen wurde am 23. Februar 2026 im Landkreis Neumarkt vorläufig festgenommen. Er steht im Verdacht, in einen groß angelegten Anlagebetrug verwickelt zu sein, bei dem ein 60-jähriger Geschädigter über Monate hinweg mit falschen Versprechungen zur Zahlung hoher Beträge verleitet wurde. Die Kriminalpolizei Regensburg ermittelt.

Bereits im Mai 2025 hatte der Geschädigte Anzeige wegen Anlagebetrugs erstattet, nachdem er auf betrügerische Angebote hereingefallen war und eine Summe im unteren fünfstelligen Eurobereich überwiesen hatte, wie die Polizei mitteilt. Rund drei Monate nach der Anzeige wurde der Mann erneut von unbekannten Tätern kontaktiert, die ihm vermitteln wollten, dass er noch sogenannte „Servicegebühren“ für eine Auszahlung zahlen müsse.

Über mehrere Monate hinweg wurde der Geschädigte per E-Mail durch sogenannte „Broker“ immer wieder zu Zahlungen in Höhe von insgesamt über 300.000 Euro aufgefordert. Dem kam der Geschädigte nach, wobei er das Geld auf maltesische Kontonummern überwies.

Betrüger kamen zum Wohnanwesen des Neumarkter Geschädigten

Im Februar 2026 meldete der Geschädigte, dass einmal ein Mann und ein anderes Mal eine Frau zu seinem Wohnanwesen gekommen seien. Sie gaben an, im Auftrag des vermeintlichen Anlageberaters zu handeln, und mit dem 60-Jährigen sprechen zu müssen. Die Angehörigen des Geschädigten wiesen beide Personen ab.

Am 23. Februar 2026 informierte der Mann die Polizei erneut, dass erneut ein angeblicher „Vertreter“ zu ihm gekommen sei und sich in seinem Haus aufhalte. Dank des Zutuns des 60-jährigen Geschädigten gelang es der Polizei, den 69-jährigen deutschen Tatverdächtigen vor Ort festzunehmen.

Der Tatverdächtige wurde nach Beendigung der Maßnahmen wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Kriminalpolizei Regensburg ermittelt in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth.

Das rät die Polizei: So schützen Sie sich vor Abzocke

Um Betrugsversuche wie diesen frühzeitig zu erkennen und sich davor zu schützen, gibt Oberpfälzer Polizei diese Tipps:

- Seien Sie misstrauisch, wenn Sie unerwartet von „Brokern“ oder „Vertretern“ kontaktiert werden, die hohe Gewinne oder Auszahlungen versprechen.

- Zahlen Sie niemals Geld für vermeintliche „Servicegebühren“, „Verwaltungsgebühren“ oder ähnliche Forderungen, insbesondere, wenn diese über E-Mail oder telefonische Kontaktaufnahme gestellt werden.

- Seriöse Unternehmen verlangen keine Zahlungen über private Konten oder im Ausland verlangen.

- Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen und holen Sie bei verdächtigen Angeboten immer eine zweite Meinung ein.

- Bei verdächtigen Kontaktaufnahmen wenden Sie sich umgehend an die Polizei und erstatten Sie Anzeige.


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