Allersberg - Eine Ortsbegehung mit Verkehrsexperten zeigte in Allersberg Möglichkeiten für die Verkehrsführung auf dem Marktplatz auf. Dort fordern die Grünen nun zum wiederholten Mal ein Tempolimit. Wird es diesmal kommen?
23.02.2026 17:17 Uhr

Die Grünen im Marktgemeinderat Allersberg haben einen Antrag auf Tempo 30 am Marktplatz gestellt. Das Thema beschäftigt den Gemeinderat bereits seit Jahren, bisher waren die rechtlichen Möglichkeiten allerdings begrenzt. So musste man zum Beispiel in der Regel eine besondere Gefahrenlage nachweisen, Ausnahmen gab es nur wenige. Mit der Reform des Straßenverkehrsrechts 2024 hat sich die Situation geändert.

Bereits im Herbst 2024 hatten die Grünen deshalb beantragt, dass die Verwaltung die neuen Spielräume für Allersberg prüft. Nachdem sie aber weiterhin skeptisch blieb, organisierte die Fraktion im Januar 2026 eine Ortsbegehung mit dem verkehrspolitischen Sprecher der Grünen im Bayerischen Landtag, Dr. Markus Büchler. Gemeinsam wurden mehrere Verkehrssituationen im Gemeindegebiet begutachtet – darunter auch der Marktplatz.

Für mehr Fußgängersicherheit am Zebrastreifen

„Warum ist ein so schöner Ortskern nicht schon längst verkehrsberuhigt?“, wunderte sich Büchler und machte deutlich: Tempo 30 ist hier machbar. Er zeigte vier mögliche Ansätze auf, die die neue Straßenverkehrsordnung erlaubt – auch auf Vorfahrtsstraßen und auch ohne, dass eine besondere Gefahrenlage nachgewiesen werden muss. Eine dieser Möglichkeiten betrifft den Bereich von Fußgängerüberwegen. Genau hier setzt der neue Antrag der Grünen an.

Konkret soll die Verwaltung prüfen, ob im unmittelbaren Bereich des Zebrastreifens am Marktplatz eine streckenbezogene Geschwindigkeitsbeschränkung auf Tempo 30 angeordnet werden kann. Ziel ist es, so die Sicherheit von Fußgängerinnen und Fußgänger zu erhöhen, die an dieser Stelle die Straße überqueren, darunter Schulkinder, Kirchgänger und Busfahrgäste. Bei geringerer Geschwindigkeit verkürzen sich die Anhaltewege, Kfz-Fahrende haben mehr Zeit um zu reagieren, und das Risiko von Unfällen wird erheblich reduziert.

Chance für weniger Verkehrslärm und mehr Aufenthaltsqualität

Tempo 30 würde aber an dieser Stelle nach Ansicht der Grünen nicht nur die Sicherheit erhöhen: Für sie ist auch die Aufenthaltsqualität ein wichtiger Aspekt. Marktrat Thomas Brenner betont: „Der Marktplatz ist der zentrale Ort der Gemeinde – mit einigen Sehenswürdigkeiten und Außengastronomie. Weniger Tempo bedeutet weniger Verkehrslärm und eine angenehmere Atmosphäre.“ Dem stimmt Markträtin Tanja Josche zu und ergänzt: „Ein Marktplatz soll ein Ort zum Verweilen sein – nicht eine laute Durchgangsstraße. Viele Bürger wünschen sich hier Tempo 30.“

Sie betont, dass die Gemeindeverwaltung in der Vergangenheit bereits viel versucht habe, um eine Verkehrsberuhigung zu erreichen, sie aber an der Rechtslage scheiterte. „Die StVO-Novelle bietet uns nun neue Möglichkeiten. Fußgängerüberwege wurden explizit in die Liste der Ausnahmen aufgenommen. Das sollten wir nun nutzen“, so Josche weiter. Die Verkehrsberuhigung würde nach Ansicht der Grünen allen zugutekommen - anderen Verkehrsteilnehmern ebenso wie den Geschäften und Gastronomiebetrieben rund um den historischen Marktplatz.

Grünen-Antrag wird in den Umweltausschuss verschoben

Ihren Antrag hatten die Grünen bereits für die Februar-Sitzung des Marktrats eingereicht, die Verwaltung hat ihn nun für die nächste Sitzung des Umweltausschusses eingeplant, die Mitte März stattfindet.