
Es ist jetzt 43 Jahre her, dass sich die Fans der Erlanger Bergkirchweih, Hannes Hacker, Ton Barmentloo und Wolfgang Kühnel zu einer Flaschenbiergaudi auf dem Erich-Keller trafen, um 100 Tage vor Kirchweihbeginn eine kleine Vorfeier zu veranstalten. Aus der privaten Gaudi ist ein festes Datum im Erlanger Bierkalender geworden und Hannes Hacker als letztes Gründungsmitglied freute sich bei frostigen Temperaturen erneut über eine große Schar aktiver (Bier brauender) und passiver (Bier trinkender) Berg-Gänger, die gut ein Dutzend unterschiedlicher Sude verkosten durften und kleine Spendenbeiträge hinterließen.
Die „100 Tage bis zum Berg“, wie die Veranstaltung seit ihrer Gründung heißt, lassen sich mit den hier ausgeschenkten Bieren locker überbrücken. Vor allem mit jenen der vier gewerblichen Bierbrauereien, allen voran die Steinbach-Bräu (vertreten durch Seniorchef Dieter Gewalt und seinen Brauer Johnny Coman und Braumeister Michael Wendt), die im Vorgriff auf die beginnende Fastenzeit schon einmal den dazugehörenden „Bock“ ausschenkte. Die Hofbräu Oberle in Kosbach wartete gleich mit zwei Fässern auf – Juniorchef Peter Oberle und Braumeister David Achatz hatten nicht nur einen „Meistertrunk“ dabei, sondern auch einen Gemeinschaftssud mit Entlas-Brauchef Vincenz Schiller, der sich in Abwesenheit durch sein Bier vertreten ließ.
„100 Tage bis zum Berch“: Vielfalt der Braukunst im Fokus
Zum Alterlanger Bräu von Marco Krapp gesellte sich schließlich noch ein Kellerbier aus der Junkersdorfer Kommunbrauerei, das der Vertreter der fränkischen Hobby-Brauer, Kurt Adler, mitgebracht hatte.
Zu den Geheimnissen auf der sonst anfangs eher nüchternen Veranstaltung gehörte ein Bier namens Drachenrache, hinter dem sich ein Buch mit dem Titel „Von Bier und Wölfen“ eines fiktiven Autors namens Waldemar Wortgrund verbirgt – eine Science Fiction und Fantasy-Story, die, aus Uttenreuth kommend, offenbar dringend eines Begleitbiers bedarf. Außer einen QR-Code hatte die Bier-Offerte allerdings wenig zu bieten.
In bewährter Weise blies der Posaunenchor Frauenaurach etwas Wärme ins Publikum, das sich mit mitgebrachten Brotzeiten und Wurst aus dem Kessel selbst versorgte. Gründer Hannes Hacker konstatierte derweil, dass die Veranstaltung weiterhin familiär, kommerzfrei und ohne Müll-Hinterlassenschaften bleibt. Das lässt den Bierliebhaber hoffen, dass die Veranstaltung auch künftig so bleibt, wie sie vor 43 Jahren begann: etwas spinnert und spontan.

Keine Kommentare