
Sekundenbruchteile hatten gegen Hannover gefehlt und dem HC Erlangen zuletzt einen Punktgewinn vorenthalten. Dass man den Sirenen-Schock abgeschüttelt hat, arbeitete der HCE beim TBV Lemgo mit einer starken Abwehr heraus. Beim 21:27 (11:13) im Lipperland blieb Erlangen im Abschluss jedoch zu flattrig, um die Punkte-Tür erneut bis zum Ende offenzuhalten.
Dass man sich an Lemgo, mit beständig guter Arbeit in den letzten Jahren immer erfolgreicher, ein Vorbild genommen hat, hatte man beim HCE vor Saisonbeginn schon gelegentlich erklärt. Eine Entsprechung fand das am Sonntag rasch, als Sander Øverjordet den Ball, wie Lemgos Niels Versteijnen zuvor, durch die Torhüter-Beine hindurch ins Netz zwang. Bei Erlangen ruckelte es wie schon beim Re-Start gegen Hannover in der Offensive dennoch gewaltig. Maciej Gebala kaschierte Erlangens Probleme mit seinem Treffer.
Eine konsequente und rigorose Defensive half dem HCE derweil, das Team von Florian Kehrmann nicht früh schon davonziehen zu lassen. Das Engagement war hoch, Erlangens Tore-Präzision war niedrig. Nachdem auch der vom Siebenmeterstrich eiskalte Viggó Kristjánsson aus dem Spiel heraus am überragenden TBV-Schlussmann Constantin Möstl gescheitert war, war aus Erlanger Perspektive ein 4:7 die Folge. Dass abseits von Kristjánssons cooler Treffsicherheit vom Strich die Präzision im Abschluss fehlte, wurde von der frappierenden Abwehrstärke der Franken so gut wie möglich aufgefangen.
Auch HCE-Torwart Tin Herceg findet im zweiten Durchgang Freude am Parieren
Eine noch größere Herausforderung war die Partie allerdings aus HCE-Sicht, als Möstl binnen kurzer Zeit den Ball zweimal nach Würfen von Andri Rúnarsson fing und das 11:6 für die Hausherren ermöglichte (20.).
In die Partie zurück arbeitete sich Erlangen jedoch beharrlich: Rúnarsson traf zweimal und kurz vor Pause abermals zum 11:12 (29.). Zuvor hatte auch das Überraschungsteam der Hinrunde eklatante Probleme gehabt, gegen Erlangens Beton-Abwehr Tore zu werfen.
In der zweiten Hälfte blieben engagierte Gäste zunächst auf Augenhöhe, ehe Möstl zum wiederholten Mal Marek Nissen erschütterte. Dass auch Tin Herceg im HCE-Tor Freude am Tore-Verhindern fand, gestattete Øverjordet den Anschlusstreffer zum 12:13 (33.).
Elf Paraden hatte Möstl, als auch der von Yannik Bialowas beschleunigte Ball an Lemgos Ein-Mann-Mauer zerbröselte. Während der TBV-Keeper Erlangen anhaltend auf den Keks ging, traf Kristjánsson anhaltend per Siebenmeter, was auch den Ausgleich zum 14:14 bedeutete (39.).
Erlangen war nun drauf und dran, Lemgo noch größere Kopfschmerzen zu bereiten. Øverjordet erzielte das 15:15, Herceg parierte stark. Der TBV setzte sich dank einer Steigerung im Angriff und Möstls fortwährenden Paraden aber wieder ab - und am Ende auch deutlich durch. Gefehlt hatte dem HCE erneut wenig, im Abschluss in Lemgo aber doch zu viel.
Info
HC Erlangen: Ghedbane, Herceg; Kristjánsson 11/8, Rúnarsson 4, Øverjordet 4, Gebala 2, Bissel, Nissen, Gömmel, Scheerer, Buck, Steinert, Metzner, Bialowas, Genz.






Keine Kommentare