
Am Schwabacher Adam-Kraft-Gymnasium fanden Anfang Februar die 23. MINT-Tage statt, teilt die Schule mit. An zwei Veranstaltungstagen präsentierten Schüler eigene Experimente und Projekte, während Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Hochschulen Einblicke in Entwicklungen gaben. Das Gymnasium arbeitete mit Unternehmen und Forschungseinrichtungen zusammen. Im Atrium der Schule zeigten Robotikprojekte mit Lego-Maschinen automatisierte Problemlösungen. Ein Roboter löste selbstständig einen Zauberwürfel.
In chemischen Experimenten untersuchten Schüler die Nitratbelastung in Lebensmitteln und demonstrierten Farbveränderungen von Früchtetee. Die Farben reichten durch die Zugabe verschiedener Stoffe von Rosa über Dunkelrot bis hin zu Grau. Achtklässler erklärten die Grundlagen der additiven Farbmischung mithilfe unterschiedlich farbiger Lichtquellen. Das P-Seminar Chemie der elften Jahrgangsstufe organisierte für Grundschulkinder eine Experimentierstrecke. Mit Kartoffelbatterien, Zauberbildern aus Kurkuma und Farbtrennung mittels Chromatografie vermittelten die Schüler naturwissenschaftliche Grundlagen.
Maschinenfabrik Niehoff und sieben weitere Partner ermöglichen Schülern Praxis in Lehrwerkstätten
„Es ist etwas ganz anderes, wenn man naturwissenschaftliche Inhalte nicht nur im Unterricht behandelt, sondern sie selbst vorbereiten, durchführen und erklären darf“, sagte eine beteiligte Schülerin. „Dabei merkt man erst, wie viel man wirklich verstanden hat.“ Die Maschinenfabrik Niehoff unterstützt die Wissenschaftstage seit vielen Jahren. Stefan Nixdorf, verantwortlich für Entwicklung und Konstruktion, unterstrich die Bedeutung frühzeitiger Praxisnähe. Er betonte, wie wertvoll es sei, Schülern durch Einblicke in die Lehrwerkstatt technische Arbeitswelten näherzubringen.
Weitere Kooperationspartner waren DATEV, die Stadtwerke Schwabach, der VDE, das Energieunternehmen Naturstrom sowie die Firma Sill Optics aus Wendelstein. Die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, die Hochschule Ansbach und die Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm trugen mit Workshops, Vorträgen und Mitmachangeboten bei. Auf dem Programm standen der Bau einer LED-Taschenlampe, die Gewinnung von Erbmaterial aus Tomaten, die Beschäftigung mit innovativen Materialien für eine nachhaltige Zukunft sowie Workshops zur Erstellung und Gestaltung einer eigenen Website. Ergänzt wurde das Angebot durch Vorträge zu erneuerbaren Energien, zur Energiewende und zur Herstellung hochpräziser optischer Bauelemente.
McKinsey prognostiziert 30 Prozent KI-Veränderung am Arbeitsplatz bis 2030
Prof. Dr. Christian Prinz hielt einen Vortrag mit dem Titel „Werden Radiologen arbeitslos? – Wie Daten, Algorithmen und KI die Medizin revolutionieren“. Prinz ist Absolvent des Adam-Kraft-Gymnasiums und legte dort 2011 im letzten G9-Jahrgang sein Abitur ab. Nach seinem Studium der Molekularen Medizin an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Forschungsstationen in Parma und Berlin sowie seiner Promotion an der Charité in Berlin ist er seit 2025 Professor für Data Science und Künstliche Intelligenz an der SRH Fernhochschule mit Spezialisierung in MR-Neuroimmunpharmakologie und Klinischen Datenwissenschaften. Er lebt und arbeitet in der Nähe von Heidelberg.
„In medizinischen Bilddaten steckt ein enormes Potenzial“, erklärte Prinz. „KI kann Ärztinnen und Ärzte dabei unterstützen, schneller und präziser Entscheidungen zu treffen.“ Anhand internationaler Studien zeigte er, welches Potenzial in medizinischen Bilddaten steckt und wie KI-gestützte Verfahren Ärzte bei Diagnosen unterstützen können. Prinz verwies auf Prognosen der Unternehmensberatung McKinsey, wonach bis 2030 bis zu 30 Prozent der weltweiten Arbeitsstunden durch KI verändert oder ersetzt werden könnten. Gleichzeitig machte er deutlich, dass führende Forschende wie der KI-Pionier Geoffrey Hinton davon ausgehen, dass medizinische Bildbefundungen künftig vor allem durch das Zusammenspiel von KI-Systemen und Radiologen erfolgen werden. Dies werde nicht nur die Effizienz steigern, sondern auch die diagnostische Genauigkeit verbessern.
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