Mailand - Als Olympiasieger bekommt man Nachrichten und Anrufe, so viele Nachrichten und Anrufe, dass man sie nicht alle annehmen und beantworten kann. Vom Rodel-Olympiasieger Max Langenhan weiß man jetzt, dass er sich im Zweifel für die Geissens entscheidet.
13.02.2026 13:09 Uhr

Von deutschen Rodlerinnen und Rodlern weiß man über die Jahrzehnte, dass niemand so schnell die Eiskanäle dieser Welt hinuntergleitet, niemand so viele Medaillen sammelt und kaum jemand so konsequent feiern kann. Der aktuelle Jahrgang bestätigt all das in diesen Tagen in Mailand. Julia Taubitz beispielsweise, seit Dienstag endlich Olympiasiegerin, hatte nach ihrem Sieg bereits angekündigt, vor dem Team-Wettbewerb nur „halbgas“ geben zu können, sie hatte „APEROL“ in ein Mikrophon geschrien. Nach ihrem zweiten Sieg deutete sie brüllend an, nicht nur am Rodelstart über einen unvergleichlichen Zug zu verfügen. Und doch wird man sich von den Wettkämpfen vor allem an Max Langenhan erinnern.

Nach seinem Sieg im Einzel hatte Langenhan „eine kurze Nacht, muss man ehrlich sein, das verschönert nichts“. Als er am Morgen auf den Shuttle-Bus wartete, sah er sich auf seinem Smartphone ein „cooles“ Video an, in dem ihm die aus der gleichnamigen Reality-TV-Serie bekannten „Geissens“ zum Olympiasieg gratulierten, „da hat mich eine Nummer angerufen, ich bin da nicht rangegangen, weil die hatte ich nicht eingespeichert“. Langenhan wischte den Anruf von seinem Smartphone und widmete sich wieder „Carmen und Robert“.

Nachricht an den Bundeskanzler: „Vielleicht schaffen wir es in den nächsten Tagen nochmal“

Später hat „sich herausgestellt“, verriet er in einem Instagram-Video mit einer zweiten Goldmedaille um den Hals, inmitten des erfolgreichen deutschen Teams, „das war Friedrich Merz“. Langenhan wand sich deshalb direkt direkt an den Bundeskanzler: „Lieber Friedrich!“ Seine Kolleginnen und Kollegen konnten ihr Lachen kaum unterdrücken. „Lieber Herr Merz, es tut mir super leid, vielleicht schaffen wir es in den nächsten Tagen nochmal, zu telefonieren. Ich bin auf alle Fälle stolz!“

Am Tag danach lud Langenhan den Bundeskanzler zum Schlittenfahren ein - auf einem Doppelsitzer. Und offenbar ist es nicht unrealistisch, dass es tatsächlich zu dieser Rodelfahrt kommt. Merz stammt aus dem Hochsauerland, nach Informationen der dpa soll das Treffen auf der Bahn in Winterberg stattfinden, also gleich ums Eck. Nummer haben der Max und der Friedrich jetzt ausgetauscht.