
Die Gewerkschaft Verdi ruft für Dienstag, 10. Februar, zu einer Demonstration in Erlangen auf. Beschäftigte aus Universitätskliniken, Landesämtern und Hochschulen in Nordbayern streiken vor der dritten Verhandlungsrunde der Tarifrunde der Länder vom 11. bis 13. Februar. Nach Angaben von Verdi Bezirk Mittelfranken hatte die Arbeitgeberseite in der zweiten Verhandlungsrunde kein Angebot vorgelegt. Stattdessen stellte sie einen Lösungskorridor mit geringen Lohnerhöhungen und langer Laufzeit in Aussicht.
Die Beschäftigten der Universitätskliniken Erlangen, Würzburg und Regensburg beteiligen sich an dem Ausstand. In den Universitätskliniken ist eine Notfallversorgung gesichert. Sandra Bischoff aus dem Operationssaal am Universitätsklinikum Erlangen erklärt in der Pressemitteilung von Verdi: „Wenn Teile der Bundesregierung unsere Arbeitsrealität mit Begriffen wie Lifestyle-Teilzeit abwerten, zeigt das, wie gering die Wertschätzung für unsere Arbeit ist. Ich arbeite als Mutter eines zehnjährigen Kindes mit 85 Prozent – an der Grenze dessen, was leistbar ist. Statt pauschaler Vorwürfe brauchen wir endlich Anerkennung und eine angemessene Bezahlung für das, was Tarifbeschäftigte täglich leisten.“
Finanzbeamte und Uni-Beschäftigte warnen vor Personalabwanderung wegen schlechter Bezahlung
Gerhard Groh vom Finanzamt Nürnberg vertritt die Beschäftigten der Landesämter: „Ohne uns gäbe es keine Einnahmen für den Staat – trotzdem arbeiten wir am Limit. Mehr Fälle, weniger Personal, schlechtere Bedingungen. Wenn qualifizierte Beschäftigte woanders für weniger Arbeit mehr Geld bekommen, darf sich niemand über Abwanderung wundern. Wir sind systemrelevant und jeden Euro mehr wert.“
Andreas Doil von der Friedrich-Alexander Universität spricht für die Beschäftigten der Hochschulen: „Wir streiken auch im Interesse der FAU, da wir auch im Länderbereich unbedingt einen guten Tarifabschluss brauchen. Ansonsten geht die Schere zur Wirtschaft und zum öffentlichen Dienst der Kommunen immer weiter auseinander, verlieren wir weiterhin gutes Personal an die Kommunen, finden wir kaum noch Personal, steigt die Arbeitsverdichtung, verschlechtern sich die Arbeitsbedingungen, verlieren wir noch mehr Personal. Ohne gute Bezahlung und gerechte Tarifbedingungen geht es auch der Forschung und Wissenschaft schlecht. Die Unis sind chronisch unterfinanziert. Können wir uns das wirklich leisten, den einzigen Rohstoff, den wir in Deutschland haben, Ausbildung und Forschung, so zu vernachlässigen?“
Laut einer Pressemitteilung des Studierendenwerks Erlangen-Nürnberg bleiben aufgrund des Warnstreiks am Dienstag die Cafeteria Süd, Cafebar Süd und Cafeteria Chemikum in Erlangen sowie die Information in der Mensa Langemarckplatz ganztägig geschlossen. Die Südmensa hat laut Studierendenwerk von 11 bis 14 Uhr geöffnet und bietet eine Notverpflegung an. Weiter heißt es auf der Homepage: „Auch an anderern Standorten kann es zu Einschränkungen kommen, wir informieren rechtzeitig.“
Streikversammlung startet um 9.30 Uhr im Redoutensaal, Demo folgt zum Rathausplatz
Die Streikversammlung beginnt um 9.30 Uhr im Redoutensaal am Theaterplatz 1 in Erlangen. Ab elf Uhr startet die Demonstration mit Abschlusskundgebung am Rathausplatz, teilt Ver.di in einer Pressemitteilung mit.
1 Kommentar
sopherl93
Da die Rentenerhöhung auch von der Lohnentwicklung des Vorjahres abhängt, sollte es im ureigensten Interesse der RentnerInnen liegen, dass es ein sattes Lohnplus - auch im ÖD - gibt!! Also runter vom Sofa und sich beteiligen!!!
09.02.2026 16:03 Uhr