Nürnberg - Alle Vögel sind schon da, alle Vögel alle... heißt es schon bald am Schmausenbuck: Weil die Vogelgrippe-Schutzmaßnahmen schrittweise auslaufen, holt der Tiergarten Nürnberg sein Federvieh wieder aus seinen geschlossenen Ställen und Volieren heraus.
05.02.2026 15:52 Uhr

Angesichts der rasanten Ausbreitung der Vogelgrippe hatte der Tiergarten der Stadt Nürnberg im November letzten Jahres umfangreiche Schutzmaßnahmen ergriffen und sämtliche Vogelarten in Ställen oder abgedeckten Volieren untergebracht. In enger Abstimmung mit dem Veterinäramt der Stadt Nürnberg werden diese Maßnahmen nun aber wieder schrittweise aufgehoben. Viele Vögel, meldet der beliebte Zoo am Schmausenbuck, sind daher bereits in ihre Anlagen zurückgekehrt.

Seit Anfang dieser Woche sind unter anderem die Humboldtpinguine, Andenkondore, Emus sowie Haus- und Perlhühner für Besucherinnen und Besucher des Tiergartens zu sehen. Bei den Pinguinen finden wieder die täglichen Fütterungen um 15 Uhr statt. Das Programm „Besuch beim Lieblingstier“ ist für die Pinguine ebenfalls wieder buchbar. Sofern es die Witterung zulässt, dürfen auch die Kraniche wieder in ihre Gehege. Die Hyazinth-Aras können ebenfalls ab sofort wieder ihre Außenvoliere nutzen.

Maßnahmen haben gewirkt: Kein einziger Fall von Vogelgrippe im Tiergarten Nürnberg

Zum Wochenende werden nun die begehbaren Volieren der Waldrappe und Bartgeier wieder geöffnet. In Letztere wird ein neues Bartgeier-Pärchen einziehen. Nach dem Tod des Weibchens im September vergangenen Jahres und vor dem Hintergrund der Vogelgrippe ist das 46 Jahre alte Männchen auf die Außenstelle des Tiergartens Gut Mittelbüg gezogen und hat dort eine neue Partnerin bekommen. In der Bartgeiervoliere war somit wieder Platz für ein neues Zuchtpaar.

Die beiden Vögel kommen aus der Eulen- und Greifvogelstation Haringsee in Österreich. Das Männchen kam bereits wenige Tage nach dem Schlupf in den Tiergarten und wurde vom Nürnberger Bartgeierpaar adoptiert und aufgezogen. Der Tiergarten hofft, mit dem jungen Paar an die erfolgreiche Haltung und Zucht der Bartgeier anzuknüpfen. Der Tiergarten Nürnberg hält – mit nur kurzen Unterbrechungen – seit 1965 Bartgeier. Sie sind Teil des Erhaltungszuchtprogramms des Europäischen Zooverbands EAZA, das den Erhalt der Art und deren Wiederansiedelung in der Natur zum Ziel hat. Allein das letzte Nürnberger Pärchen hat fünf Jungtiere erfolgreich großgezogen, vier davon wurden im Rahmen des EEPs in Spanien und Frankreich ausgewildert.

In die Bartgeiervoliere kehren zudem die Schwarzstörche und Felsentauben zurück. Auch die Schneeeulen dürfen wieder zurück in ihre Voliere. Weiterhin in ihren Winterquartieren bleiben dagegen vorerst noch Flamingos, Pelikane und Harpyien wegen der anhaltend kalten Witterung.

Die aufgrund der Vogelgrippe vorübergehend eingestellte Winterfütterung von heimischen Wildvögeln kann nun ebenfalls wieder stattfinden. Als Teil eines europäischen FFH-Gebiets (Flora-Fauna-Habitat-Gebiet) ist der Tiergarten für sie ein wichtiger Lebensraum.

Ziel aller Maßnahmen war es, den Vogelbestand des Tiergartens bestmöglich zu schützen und den Kontakt zwischen Zoo- und Wildvögeln zu minimieren. Dieses Ziel wurde erreicht: Im Tiergarten gab es keinen Fall von Vogelgrippe, wie die Einrichtung betont. Die konkreten Maßnahmen seien in enger Abstimmung mit den Veterinärämtern des Landkreises Nürnberger Land und der Stadt Nürnberg erfolgt.