Nürnberg - Alarm in Nürnberg: Die Polizei ist mit einem massiven Aufgebot zur Konrad-Groß-Schule ausgerückt. Es wurde dort ein 15 Jahre alter Mittelschüler mit einer mutmaßlichen Schusswaffe gesehen. Der Junge wurde mittlerweile festgenommen.
05.02.2026 16:22 Uhr

Polizeieinsatz an der Oedenberger Straße: An der staatlichen Konrad-Groß-Schule im Nürnberger Osten ist am Donnerstag, 5. Februar, mutmaßlich ein 15 Jahre alter Mittelschüler mit einer Waffe gesehen worden. Ein Lehrer hatte einen Schüler gemeldet, der eine Schusswaffe in seinem Rucksack mitführen sollte. Michael Sebald, Pressesprecher beim Polizeipräsidium Mittelfranken, sagte am Vormittag: „Eine konkrete Gefahrenlage besteht aktuell nicht.“ Die Kinder und die Lehrer seien in Sicherheit, teilte die Polizei mit. Der Einsatz ist mittlerweile beendet, der Jugendliche wurde gefasst.

Die Konrad-Groß-Schule ist eine Grund- und Mittelschule im Mittelschulverbund Nürnberg Nord-Ost, die insgesamt 450 Mädchen und Jungen besuchen. Laut Pressesprecher Michael Sebald hatte die Schulleitung selbst kurz vor 10 Uhr die Polizei alarmiert.

Noch bevor der betroffene Schüler zur Aufklärung des Sachverhalts in das Sekretariat gebracht werden konnte, gelang es dem 15-Jährigen, sich samt Rucksack zu entfernen. Da in der Folge nicht mehr nachvollzogen werden konnte, wo sich der mutmaßlich bewaffnete Jugendliche aufhielt, errichteten die ersten Polizeistreifen sowie Beamte des mittelfränkischen Unterstüzungskommandos (USK) eine Absperrung um das Schulgelände. Einsatzkräfte des Spezialeinsatzkommandos (SEK) führten im Anschluss eine Absuche des Areals durch, konnten den Jugendlichen allerdings nicht antreffen.

Redaktioneller Hinweis: Eltern, weitere Privatpers
Mit starken Kräften ist die Polizei an der Konrad-Groß-Schule vor Ort: Dort wurde am Donnerstag, 5. Februar, ein Schüler mit einer Waffe gemeldet. © NEWS5 / Sven Grundmann/NEWS5

Die Schüler waren am Vormittag laut Polizei noch im Schulgebäude. Der Bereich rund ums Gebäude war zunächst großräumig gesperrt. Weder die mutmaßliche Waffe, noch der Schüler wurden entdeckt. Nürnbergs Schulreferentin Cornelia Trinkl kam, um sich ein Bild von der Lage zu machen.

Unterdessen teilte die Polizei auf ihrem WhatsApp-Kanal mit: „Bitte teilt keine Gerüchte in den sozialen Medien. Zur Klarstellung: Es sind keine Schüsse im Schulareal wahrgenommen worden.“

Der Unterricht wurde am frühen Mittag nicht mehr fortgesetzt. Es wurde eine Notbetreuung eingerichtet. Eltern konnten ihre Kinder ab 12.15 Uhr an der Schule abholen. Die Verkehrssperrung an der Schule ist aufgehoben worden.

Eine Streife der Polizeiinspektion Nürnberg-Ost entdeckte den gesuchten Schüler im Rahmen der eingeleiteten Fahndung um kurz nach 12 Uhr im Nürnberger Norden und nahm ihn fest. Eine Schusswaffe führte der Jugendliche hierbei nicht mit. Im Zuge weiterer Ermittlungen im Laufe des Nachmittags fanden die Beamten schließlich den Rucksack. Darin befanden sich neben einer auf den ersten Blick täuschend echt aussehenden Spielzeugpistole unter anderem mehrere Messer, ein Pfefferspray sowie pyrotechnische Gegenstände. Den Rucksack hatte der 15-Jährige offenbar auf seiner Flucht in einem leerstehenden Gebäude versteckt. Im Zentrum der weiteren Ermittlungen steht nun die Aufklärung der Beweggründe, die zu dem Handeln des Jugendlichen führten.