Erlangen - Unternehmer und Wirtschafts-Vertreter diskutieren beim Wirtschaftsfrühstück in Erlangen aktuelle Herausforderungen und Reformbedarf.
02.02.2026 14:20 Uhr

Auf Einladung der JU-Kreisvorsitzenden und Erlanger Stadträtin Sophia Schenkel trafen sich lokale Unternehmer zum Wirtschaftsfrühstück bei der Heitec AG. Im Zentrum standen die Impulse von Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der „vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft“, die als zentrale, branchenübergreifende Interessenvertretung der Wirtschaft im Freistaat agiert. „Der Wille, für eine Vision zu kämpfen, ist heute das Fundament unseres Erfolgs und zeichnet den Standort Erlangen aus“: Mit diesen Worten betonte Heitec AG-Inhaber Richard Heindl, wie entscheidend Beharrlichkeit für Innovationen ist. Am Beispiel der Tochtergesellschaft EMPIC verdeutlichte er zu Beginn der Veranstaltung, dass man auch über lange Aufbau- und Investitionsphasen hinweg konsequent an einer Idee festhalten muss, wenn man an deren Innovationskraft glaubt.

Wirtschaftliche Herausforderungen und Reformen

Brossardt fand in seinem Eingangsstatement deutliche Worte zur aktuellen wirtschaftlichen Lage: „Wir müssen in Deutschland wieder die Ärmel hochkrempeln. Unser Sozialstaat ist in der aktuellen Form nicht zukunftsfest. Er braucht eine grundlegende Reform, die Arbeit belohnt und Eigenverantwortung stärkt.“ Trotz der guten Kennzahlen Erlangens warnte er vor Selbstzufriedenheit. Er mahnte an, dass insbesondere die lokale Haushaltspolitik kritisch hinterfragt werden müsse, um die Attraktivität des Standortes langfristig nicht zu gefährden.

Diskussion um Grundsteuer und Standortfaktoren

In der anschließenden Diskussion, an der neben den Unternehmern auch OB-Kandidat Jörg Volleth und Fraktionsvorsitzender Christian Lehrmann teilnahmen, stand besonders die jüngste Grundsteuererhöhung im Fokus. Sophia Schenkel und Jörg Volleth machten deutlich: „Die Erhöhung der Grundsteuer ist ein fatales Signal. Sie macht nicht nur das Wohnen in Erlangen teurer und schwächt damit einen zentralen Standortfaktor für Fachkräfte, sondern trifft auch unsere Unternehmen überproportional. Wir müssen ein strukturelles Defizit durch eine ehrliche Prioritätensetzung beheben und nicht durch Steuererhöhungen.“