Nürnberg - DIe Nürnberger Fluglärmkommission fordert schärfere Entgelte für Nachtflüge mit lauten Maschinen.
01.02.2026 09:53 Uhr

Die Fluglärmkommission Nürnberg tagte am 26. Januar am Flughafen. Zentrales Thema war ein Bericht der Deutschen Flugsicherung über mögliche Verlegungen von An- und Abflugrouten und deren Auswirkungen. Die Kommission fordert eine noch gezieltere Entgeltgestaltung, die Anreize für moderne, leise Flugzeuge schafft oder nächtliche Flüge in der Kernzeit ganz verhindert.

Die bisherigen Änderungen der Flugrouten zeigten Wirkung, werden jedoch durch die steigende Anzahl von Flugbewegungen teilweise wieder abgeschwächt. Eine erneute Verlegung der Flugrouten würde die Lärmbelastung räumlich verschieben, die Gesamtzahl der betroffenen Menschen bliebe jedoch etwa gleich. Die Kommission akzeptiert Notfall- und Ausweichflüge als notwendig.

Höhere Flughafengebühren für laute Nachtflüge zeigen erste Wirkung

Moderne Flugzeuge produzieren weniger Lärm als ältere Modelle. Trotzdem empfinden viele Anwohner vor allem nachts im Sommer weiterhin eine starke Belastung. Hauptgrund ist die zunehmende Anzahl der Flüge. Lärmauswertungen über zehn Jahre zeigen, dass die Entgeltordnung des Flughafens eine wichtige Rolle spielt. Der Flughafen erhebt inzwischen höhere Gebühren für nächtliche Abflüge mit älteren, lauteren Flugzeugen.

„Die Zusagen aus den vorherigen Sitzungen werden vom Flughafen Stück für Stück eingelöst“, sagte Nürnbergs Planungs- und Baureferent Daniel Ulrich, der scheidende Vorsitzende des Gremiums. Zum 1. Mai übernimmt sein bisheriger Stellvertreter, Udo Raab von der Industrie- und Handelskammer Nürnberg für Mittelfranken, den Vorsitz.

Flughafen-Lärmschutz: Ulrich fordert weitere Minimierung der Nachtflüge

„Stadt und Umlandgemeinden stehen zum Flughafen. Er dient der überregionalen Mobilität der ganzen Metropolregion und ist aus dem Verkehrssystem nicht wegzudenken. Aber er verursacht unstrittig gerade nachts Lasten. Der in der bisherigen Beschlussfassung eingeforderte Plan zur Minimierung der Nachtflüge steht weiter ganz oben auf der Liste“, erklärte Ulrich weiter.

„Ich bin mir sicher, dass da noch ein Stück Weg zu gehen ist. Ich sehe jedoch, dass der Flughafen ernsthaft daran arbeitet, Gebührenmodell und flugplanerische Ansätze soweit wie irgend möglich im Sinne eines nochmals verbesserten Lärmschutzes zu optimieren.“

Fluglärmkommission Nürnberg vereint Behörden und Bürgerinitiativen gegen Lärmbelastung

Die Fluglärmkommission setzt sich für den Schutz der Bürger vor Fluglärm ein und berät die zuständigen Behörden zu allen Fragen rund um Lärmschutz im Umfeld des Nürnberger Flughafens. Die Kommission besteht aus Vertretern der Stadt Nürnberg und der angrenzenden Städte und Gemeinden. Außerdem sind das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, das Verkehrsministerium, Fluggesellschaften, die Industrie- und Handelskammer Nürnberg für Mittelfranken, die Flughafen Nürnberg GmbH als Betreiber sowie die Bundesvereinigung gegen Fluglärm beteiligt.