Nürnberg - Als Putzfraa ist Ines Procter seit Jahren fester Bestandteil der legendären Faschingssendung „Fastnacht in Franken“. Auf der Bühne bringt die Kabarettistin Millionen Menschen zum Lachen. Abseits davon kämpfte sie über Jahre schwer.
28.01.2026 18:55 Uhr

„Ich konnte nichts empfinden, außer dass ich atmen konnte“, sagt Ines Procter über den Moment, als sie erfährt, dass ihr Mann tödlich verunglückt ist. Kurz vorher hat sie sich von ihm getrennt. Dass sie plötzlich nichts mehr fühlen kann, verunsichert sie. „Eigentlich habe ich doch so viel Mitgefühl.“ Sie sucht sich einen Therapeuten und arbeitet viel auf.

Fans und Zuschauer merken jahrelang nicht, dass über die Wangen von Ines Procter auch Tränen laufen. Im Stillen. Sie befindet sich in einer toxischen Beziehung, wie sie selbst sagt. Auf der Bühne ist sie die Putzfraa und bringt bei der Live-Sendung „Fastnacht in Franken“ seit Jahren Millionen Menschen vor dem TV-Bildschirm zum Lachen.

Fastnacht in Franken: Seit Jahren gehört Ines Procter als Putzfraa fest zum Inventar

Image (7)
Ines Procter hat im Gespräch mit Moderator Patrick Schroll Einblicke in schwierige Phasen ihres Lebens gegeben. © Patrick Schroll/VNP

„Ich war ganz oft nachts auf irgendwelchen Parkplätzen gesessen, auf dem Heimweg nach einem Auftritt. Einfach nur, um auch noch nicht heimfahren zu müssen. Das greift mich noch heute manchmal emotional an“, berichtet Ines Procter ehrlich im Podcast Mit.Menschen.

Ihr Ex-Mann legt Ines Procter regelmäßig Steine in den Weg, nimmt ihre Leidenschaft als Kabarettistin wieder und wieder nicht ernst. Als das alles zu viel wird und sie auch in der Notaufnahme landet, setzt sie alles auf eine Karte.

Ines Procter erfindet sich nach ihrem dreiwöchigen Krankenaufenthalt als Mensch neu und trifft schließlich eine wegweisende Entscheidung. Doch erst rutscht das Unternehmen ihres Mannes in die Insolvenz, dann stirbt er auf tragische Art und Weise.

Die Unterfränkin lässt sich nicht unterkriegen und boxt sich schließlich entschlossen zurück in das Leben. Und erzählt im Gespräch davon - ganz offen. In der aktuellen Folge des „NN“-Podcasts „Mit.Menschen“ mit Moderator Patrick Schroll.