Nürnberg - Der DFB sieht keine Debatte, obwohl ein Präsidiums-Mitglied den Boykott der Fußball-WM in den USA nur diskutieren will. Das wäre überfällig, kommentiert Sportchef Sebastian Böhm - und zieht einen Vergleich, von dem er hofft, dass er übertrieben ist.
28.01.2026 13:33 Uhr

Renée Good wurde ermordet. Alex Pretti wurde ermordet. Wir haben es alle gesehen. Donald Trump, JD Vance, Kristi Noem oder Greg Bovino lügen - auch das wissen wir alle. Es ist an der Zeit, genau zu benennen, was in diesen Tagen in Minneapolis und vielen Städten in den USA passiert, und all jene zur Verantwortung zu ziehen, die die Macht hätten, etwas zu verändern.

Zum Beispiel, in dem die Verbände der Teilnehmer an der Fußball-WM in den USA, Mexiko und Kanada benennen, was niemals möglich sein darf: ein friedliches Sportgroßereignis in einem Land, das für alle sichtbar in den Faschismus abrutscht.

DFB-Vizepräsident Oke Göttlich dachte über die Idee eines WM-Boykott laut nach

Das ist naiv? Übertrieben? Bernd Neuendorf würde da sofort zustimmen. „Das ist gar keine große Debatte. Wir sind sehr einmütig beim DFB, dass wir diese Debatte zum jetzigen Zeitpunkt für völlig verfehlt halten“, sagte der Präsident des Deutschen Fußballverband, nachdem es dessen Vizepräsident Oke Göttlich gewagt hatte, über die Idee eines WM-Boykott zumindest einmal laut nachzudenken. Überraschend ist das nicht, dabei wäre es so wichtig, in diesen Tagen Mut und Haltung zu beweisen.

Sebastian Böhm, Sportchef von NN.de, endet seinen Video-Kommentar mit einem Blick in die dunkle Geschichte Deutschlands - und hofft, dass wenigstens dieser eine Vergleich nicht zutreffen wird.