Erlangen/Nürnberg/Bamberg/Bayreuth - In der Tarifrunde der Länder wird es ernst: Mehrere Gewerkschaften rufen Beschäftigte von Hochschulen, Studierendenwerken und Forschungseinrichtungen zum Warnstreik in Bayern auf - auch fränkische Universitäten und Einrichtungen sind betroffen.
28.01.2026 07:53 Uhr

Für Mittwoch, 28. Januar, rufen mehrere Gewerkschaften zum bayernweiten Campus-Streiktag auf. Das geht aus einer Pressemitteilung von Verdi hervor. Beschäftigte an Hochschulen, Studierendenwerken und Forschungseinrichtungen sollen mit Warnstreiks und Aktionen an zahlreichen Standorten ein sichtbares Zeichen setzen. Wie das Verdi-Büro Mittelfranken mitteilt, sind unter anderem die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, die Technische Hochschule Georg Simon Ohm, die Technische Universität Nürnberg und die Hochschule für Musik Nürnberg betroffen. Auch die Universitäten Bamberg und Bayreuth sowie die Hochschule Ansbach werden bestreikt.

„Wenn Bayern sich als Hightech- und Wissenschaftsstandort versteht, dann muss es auch die Arbeit am Campus ernst nehmen“, sagt Robert Hinke von Verdi Bayern: „Forschung, Lehre und Studium entstehen nicht im luftleeren Raum: Sie brauchen eine verlässliche Grundfinanzierung, ausreichend Personal und gute Tarifbedingungen – statt Dauerüberlastung, Befristung und schleichender Auszehrung.“

„Auch die Bundesländer wollen ihre Verwaltung modernisieren und digitalisieren, aber solche Prozesse erzeugen zunächst immer ein erhöhtes Arbeitsaufkommen – ich frage mich, mit welchem Personal die Länder das umsetzen wollen, wenn in zwei bis drei Jahren die Babyboomer in Rente gehen. Diese Entwicklung wird den aktuellen Personalmangel noch verstärken, und ohne Angleichung der Gehälter an den TVöD wird man nur einen Bruchteil der freiwerdenden Stellen besetzen können“, ergänzt Marta Urbanke vom Sekretariat der Medienpädagogik an der FAU.

Tarifrunde der Länder: Die ersten beiden Treffen brachten keine Ergebnisse

Neben den Forderungen für die Tarifbeschäftigten von Hochschulen und Studierendenwerk stehen auch die Bedingungen der Studierenden und studentischen Beschäftigten im Zentrum. Tobias Gellenthien, ehemalige studentische Hilfskraft an der FAU, unterstreicht: „In dieser Tarifrunde geht es auch um meine zukünftigen Arbeitsbedingungen an einer Universität. In der letzten Tarifrunde der Länder 2023 konnte die Situation der studentisch Beschäftigten verbessert werden. Jetzt verweigern die Bundesländer mit dem Verweis auf knappe Kassen selbst geringfügige Verbesserungen für ihre Beschäftigten und bieten Stundenentgelte knapp über dem Mindestlohn an.“

Verdi fordert Gehaltserhöhungen von sieben Prozent, monatlich mindestens 300 Euro. Nachwuchskräfte sollen monatlich 200 Euro mehr bekommen und nach erfolgreicher Ausbildung unbefristet übernommen werden. Zudem will die Gewerkschaft erreichen, dass der Tarifvertrag auch für studentische Hilfskräfte gilt. Bislang waren die ersten beiden Verhandlungsrunden in Potsdam ohne Annäherung geendet. Mitte Februar wollen beide Seiten abschließend tagen. Zum Warnstreik sind bundesweit rund eine Million Arbeitnehmende aufgerufen sowie etwa 300.000 studentische Beschäftige.