
Das Heidecker Erzählcafé begann die erste Sitzung 2026 mit Krapfen, Kaffee und einem Rückblick auf das vergangene Weihnachten und auf Silvester. 20 Gäste tauschten ihre persönlichen Weihnachtserlebnisse aus. War es in ihrer Kindheit ein Muss, zuerst die Christmette zu besuchen und dann das immer gleiche Weihnachtsabendessen im Kreise der gesamten Familie zu genießen, wird heute abwechselnd bei den bereits erwachsenen Kindern gefeiert. Die Christmette war schon immer etwas Besonderes. Die einen sagen, besonders lang würde sie immer dauern. Die anderen berichteten von einer Art Modenschau. Gemeint war, dass vornehme Herrschaften mit ihrem teuersten und auffälligsten Gewand sich in die ersten Reihen drängten und darauf achteten, von allen gesehen und bewundert oder gar beneidet zu werden. Besonders schlimm war es bei der späten Christmette: „Do san dann oiwei de B’suffana kema.“
Der traditionelle Christstollen wurde früher selbst gebacken. Den fertigen Teig brachte man zum Bäcker und ließ ihn dort ausbacken. Der Stollen war natürlich viel größer als jene Produkte, die man heute kaufen kann. Musste der Stollen ja bis Ostern reichen.
Traditionen und Alltagsgeschichten im Wandel
Das Bier brachte auch nicht der Lieferdienst an die Haustüre. Da schickte man einfach seinen Filius mit dem Maßkrug zum nächsten Wirt. Da wunderte sich so mancher Vater, warum der Wirt heute so schlecht eingeschränkt hatte. Manchmal schmeckte es nicht so würzig, eher verwässert. Der verdächtigte Wirt war da aber meist unschuldig.
Eine Besucherin berichtete von ihren ersten Stöckelschuhen. Erhobenen Hauptes schwebten sie über das Kopfsteinpflaster hinüber zu der Konditorei, um die Torten abzuholen. „Wer zuerst auf der anderen Straßenseite ist.“ Dass das keine so glorreiche Idee war, merkten die jungen Damen unmittelbar. Eine nach der anderen lernte die Tücken des Kopfsteinpflasters und der Schwerkraft kennen. So lustig sie die Sauerei fanden, die Mütter waren davon nicht angetan.
Erlebnisse und Begegnungen im Alltag
Eine andere Besucherin erzählte, wie sie mit der Familie versuchte, eine Ratte in der Küche zu fangen. Alles, was dem Tier vor die Nase kam, wurde angeknabbert. In die Falle wollte sie nicht gehen. Der Pfarrer bot an, die Küche mit Weihrauch zu segnen. Und tatsächlich lag alsbald das Tier in der Falle.
Das Erzählcafé der Stadt Heideck lädt herzlich zum nächsten Treffen am Donnerstag, 19. Februar, um 14.30 Uhr, in den Bürgersaal ein. Das Thema des Nachmittags lautet: „Tagesablauf in der Landwirtschaft in den fünfziger Jahren“
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