
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert ein Forschungsprojekt der Strahlenklinik des Universitätsklinikums Erlangen mit 560.000 Euro über drei Jahre. Das Team der Translationalen Strahlenbiologie untersucht unter der Leitung von Dr. Tina Jost, wie Strahlentherapie gezielt mit molekularen Inhibitoren der DNA-Schadensantwort und Immun-Checkpoint-Blockaden kombiniert werden kann, um die Immunantwort gegen Plattenepitheltumoren im Kopf-Hals-Bereich zu verstärken.
Alle Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren werden an der Erlanger Strahlenklinik im Rahmen eines interdisziplinären Konzepts gemeinsam mit der Hals-Nasen-Ohren-Klinik und der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie behandelt. Tumoren im Kopf-Hals-Bereich sind therapeutisch anspruchsvoll, sodass eine enge fachübergreifende Zusammenarbeit von zentraler Bedeutung ist. Besonders schwierig in der Behandlung sind Tumoren, die nicht durch Humane Papillomaviren verursacht werden, da sie oft schlechter auf eine Strahlentherapie ansprechen.
DNA-Schadensantwort-Hemmstoffe zeigen unterschiedliche Immunsystem-Wirkung bei Strahlentherapie
Die Anti-Tumor-Wirkung kann durch die Kombination aus Strahlentherapie und gezielten Hemmstoffen der DNA-Schadensantwort verbessert werden. Die DNA-Schadensantwort ist ein komplexes System, das Schäden in der DNA erkennt und repariert oder den Zelltod einleitet. Diese Erkenntnisse eröffnen neue therapeutische Perspektiven für Patienten, bei denen herkömmliche Behandlungsstrategien an ihre Grenzen stoßen.
Präklinische Untersuchungen zeigen, dass nicht nur die direkte Wirkung auf den Tumor entscheidend ist, sondern auch der Einfluss auf das Immunsystem. Zwei Hemmstoffe der DNA-Schadensantwort, ATR-Inhibitoren und ATM-Inhibitoren, sind in Kombination mit einer Bestrahlung vergleichbar effektiv gegen Tumorzellen. Sie unterscheiden sich jedoch deutlich in ihrer Wirkung auf das Immunsystem.
Erlanger Forscher entwickeln neue Immuntherapie gegen Kopf-Hals-Tumore mit ATR-Inhibitoren
Die Kombination aus ATR-Inhibitor und Strahlentherapie unterstützt das körpereigene Abwehrsystem und ist daher klinisch vielversprechend. Die Anwendung mit ATM-Inhibitor kann wichtige immunrelevante Signale in den Tumorzellen unterdrücken. Das neue Projekt untersucht detailliert das immunologische Potenzial beider Inhibitoren im Hinblick auf ihre Wirkung beim Plattenepithelkarzinom des Kopf-Hals-Bereichs und welche Synergien sich mit weiteren Immuntherapien ergeben.
„Wir möchten die komplexen Wechselwirkungen zwischen Strahlenwirkung, DNA-Schadensantwort und Immunmodulation besser verstehen – mit dem Ziel, neue, effektive Therapieansätze für Patientinnen und Patienten zu erschließen“, erklärt Jost. Das Projekt baut auf der langjährigen Expertise der Erlanger Strahlenklinik im Bereich der Strahlenimmunbiologie auf und soll wichtige Erkenntnisse für die Entwicklung neuer, kombinierter Therapieansätze liefern, die langfristig den Behandlungserfolg bei Kopf-Hals-Tumoren verbessern können.
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