
Der Mord an der Schülerin Marion Baier aus dem Jahr 1973 rückt nach 52 Jahren wieder in den Fokus der Polizei. Das damals 12-jährige Mädchen fiel in der Nacht vom 1. zum 2. Juli 1973 in Oberasbach (Kreis Fürth) einem Verbrechen zum Opfer, mutmaßlich einem Sexualverbrechen. Der Täter wurde nie gefasst. Das könnte sich nun ändern.
Wie das Polizeipräsidium Mittelfranken mitteilt, hat sich für die Kripo Fürth bei einer aktuellen Untersuchung der Beweismittel ein neuer Ermittlungsansatz in dem „Cold Case“ ergeben. Die Polizei bittet daher nach langer Zeit wieder um Hinweise.
Kripo Fürth rollt Cold Case aus dem Jahr 1973 auf: Wer hat Marion Baier (12) ermordet?
Am Morgen des 2. Juli 1973, einem Montag, fand ein Arbeiter die Leiche von Marion Baier auf der Fläche eines Neubaugebiets an der Hainbergstraße. Das Mädchen war erschlagen worden, der Leichnam zum Teil entkleidet. Die Ermittler gingen von einer Sexualstraftat aus.
Die Polizei konnte rekonstruieren, dass Marion am Sonntagabend das Fischerfest im benachbarten Zirndorf besucht hatte. Eine Schulfreundin hatte sie dort zuletzt gegen 20 Uhr gesehen.
Wie bereits im Dezember 1974 in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ... Ungelöst“ zu sehen war, standen diverse Beweismittel im Fokus der Ermittler. So hatten Polizeibeamte in der Nähe der Leiche ein Silbermedaillon mit dem Abbild des Heiligen Christophorus gefunden, Schutzpatron der Reisenden und Autofahrer. Es war und ist offenbar dem Täter zuzuordnen.
Am Tatort fanden sich auch mehrere Schuhabdrücke, die mutmaßlich vom Täter stammten. Das Sohlenprofil in der Größe 43 gehörte nach polizeilichen Erkenntnissen zu Turnschuhen der Marke Adidas, es fand bei den damaligen Modellen „Olympia“ (Typ 3010), „Italia“ (Typ 302), „Gazelle blau“ (Typ 3100) oder „Allround“ (Typ 3070) Verwendung.
Die Sendung befasste sich unter anderem mit zwei Fahrzeugen, die Zeugen im relevanten Zeitraum in der Hainbergstraße aufgefallen waren. Auch bat die Polizei im Rahmen der Ausstrahlung um Hinweise zu einem jungen Mann, mit dem sich Marion Baier nach Angaben einer Schulfreundin in dieser Zeit getroffen haben soll.
Inwieweit diese Wahrnehmungen bzw. Angaben für den Fall relevant sind, ließ sich durch die Polizei bis zum heutigen Tag nicht zweifelsfrei klären, weshalb diese Aspekte auch im Zuge der neu aufgenommenen Ermittlungen überprüft werden. Dazu hat die Kripo Fürth ein eigenes Team eingerichtet, die Arbeitsgruppe „Hainberg“.
Bei der Überprüfung des Falles stießen die Beamten auf den besagten neuen Ermittlungsansatz. Er führt zu einem weiteren Mädchenmord im Allgäu, wo 1981 die damals 13-jährige Sonja Hurler gewaltsam ums Leben kam. Dieser Fall weist Parallelen zu der Tat in Oberasbach auf.
Am kommenden Mittwoch (21.01.2026) wendet sich die Kripo Kempten in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ... Ungelöst“ mit dem Mordfall Sonja Hurler an die Öffentlichkeit. Der Beitrag richtet sich an Personen aus dem Raum Kempten und auch an Menschen aus der Region um Zirndorf und Oberasbach.
Die Kripo Fürth fragt: Wer war beim Fischerfest? Wer hat Fotos von dort?
Unabhängig davon bittet die Kriminalpolizei Fürth um Hinweise aus der Bevölkerung, insbesondere von Zeitzeugen aus dem Jahr 1973. Wer sich in der Nacht vom Sonntag auf Montag (1./2. Juli 1973) auf dem Fischerfest in Zirndorf oder in Oberasbach aufgehalten hat, komme als wichtiger Zeuge oder wichtige Zeugin in Betracht.
Aktuell hat die Arbeitsgruppe „Hainberg“ folgende Fragen an die Bevölkerung: Wer kann Angaben zum Mordfall Marion Baier machen? Wer hat das Fischerfest am 1. Juli 1973 besucht? Wer kannte Marion Baier und kann sich an deren Besuch dort erinnern? Wer kann Angaben zu Personen machen, mit denen das Mädchen an diesem Tag Kontakt hatte? Wer hat am 1. Juli 1973 Fotos vom Fischerfest gemacht und kann sie der Polizei zur Verfügung stellen? Wer hat beim Neubaugebiet an der Hainbergstraße Wahrnehmungen gemacht, an die er sich in Verbindung mit dem Mordfall erinnern kann? Wer kann Informationen zu den erwähnten Beweismitteln bzw. Zeugenwahrnehmungen beisteuern?
Für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat oder zur Festnahme des Täters führen, hat das bayerische Landeskriminalamt im Mordfall Marion Baier eine Belohnung von 10.000 Euro ausgesetzt. Die Polizei weist darauf hin, dass über die Zuerkennung und Verteilung der Belohnung unter Ausschluss des Rechtsweges entschieden wird. Die Belohnung ist nur für Privatpersonen und nicht für Amtsträger bestimmt, zu deren Berufspflicht die Verfolgung strafbarer Handlungen gehört.
Hinweise jeglicher Art nimmt die Kripo unter Tel. (0911) 2112-3333 entgegen. Zur Übermittlung von Fotomaterial hat die mittelfränkische Polizei ein Upload-Portal eingerichtet: MediaFile Uploader.





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