
Ein exakt ausformuliertes Berufsbild gibt es nicht. Aber wenn man das, worüber ich als Hauptstadtkorrespondent von Nürnberger Nachrichten und Nürnberger Zeitung das ganze Jahr über berichte, in sechs Worten zusammenfassen will, dann müsste das etwa so lauten: über alles, was in Berlin passiert.
Da wäre natürlich als Erstes die große Politik. Vier von fünf Verfassungsorganen sind in Berlin zu Hause: Bundespräsident, Bundestag, Bundesrat und Bundeskanzler. Sie liefern Nachrichtenstoff ohne Ende, ob es nun um Themen wie Verteidigung, Gesundheit und Rente geht oder um Amtsträger wie Frank-Walter Steinmeier und Friedrich Merz. Ich begleite sie, beobachte sie und kommentiere ihre Arbeit.
„Ich habe schon vier Kanzler und fünf Präsidenten begleitet“
Während 25 Jahren in Berlin habe ich vier Kanzler und fünf Präsidenten erlebt. Und ich bilde mir ein, ziemlich genau einschätzen zu können, wo ihre jeweiligen Stärken und Schwächen lagen. Die nächste große Personalie wird die Präsidentenwahl 2027 sein. Ich hoffe sehr, dass wir erstmals in der deutschen Geschichte eine Frau als Staatsoberhaupt erhalten. Das wird höchste Zeit.
Ein wichtiger Teil meiner Arbeit ist die Kontaktpflege zu den 19 Frauen und Männern, die den Großraum Nürnberg als Abgeordnete im Deutschen Bundestag vertreten. Unsere Region hat Gewicht in Berlin. Das merkt man alleine schon daran, dass die Metropolregion über mehr Volksvertreter verfügt als ganze Bundesländer wie etwa Thüringen und Sachsen-Anhalt.
Wann immer ein wenig Zeit übrig ist, schwärme ich in die Metropole Berlin mit ihren 3,7 Millionen Einwohnern aus, um interessante Menschen und spannende Orte vorzustellen. Gerne erinnere mich an einen Besuch bei Jörn Seifert vor wenigen Wochen. Der stammt aus Erlangen, ist gelernter Maskenbildner und hat nun eine Firma in Berlin, die Make-up und Spezialeffekte für Kinofilme und Fernsehserien entwirft.
Manchmal darf ich im überaus flachen Berlin sogar zum „Bergsteigen“ gehen - zum Beispiel dann, wenn ich den aus Kriegstrümmern errichteten Teufelsberg (120 Meter hoch) erklimme, der mit seiner stillgelegten Radarstation zu einem Ausflugsziel geworden ist.


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