Nürnberg - Seit 12. Januar 2026 gelten strengere Grenzwerte für PFAS im Trinkwasser in Deutschland. Auch in Nürnberg.
14.01.2026 16:34 Uhr

Nicht nur in Nürnberg, sondern deutschlandweit zählt Trinkwasser zu den am strengsten kontrollierten Lebensmitteln. Um die Qualität des Trinkwassers langfristig zu gewährleisten, werden relevante Grenzwerte und weitere Anforderungen zum Schutz des Trinkwassers in der Trinkwasserverordnung geregelt. Die Einhaltung der Trinkwasserverordnung gilt als Garant für sauberes Trinkwasser, heißt es in einer aktuellen Meldung.

Schon im Juni 2023 ist eine neue, novellierte Trinkwasserverordnung in Kraft getreten, die ein Maßnahmenbündel aus der europäischen Trinkwasserrichtlinie umsetzt. Unter anderem wurden einige Grenzwerte verschärft und neue Qualitätsparameter eingeführt. Nicht alle Vorgaben und Parameter galten direkt ab Juni 2023. So greift eine der wichtigsten Neuerungen, die neuen Grenzwerte für die Parametergruppe PFAS, seit dem 12. Januar 2026. PFAS ist kurz für Per- und Polyfluorierte Alkylsubstanzen. Dies sind sehr langlebige Substanzen, die in vielen Alltagsprodukten Verwendung finden und deren Rückstände demzufolge in der Umwelt vielfach nachzuweisen sind. Der Grenzwert für diese Stoffgruppe wird in zwei Stufen eingeführt. Seit dem 12. Januar 2026 gilt ein Grenzwert von 0,1 Mikrogramm pro Liter für eine Gruppe von 20 trinkwasserrelevanten PFAS-Substanzen.

Zweite Grenzwert-Stufe ab 2028

Als zweite Stufe greift ab 2028 zusätzlich ein Grenzwert von 0,02 Mikrogramm pro Liter für die Summe aus vier speziellen Substanzen der PFAS-Gruppe. Bereits seit 2009 untersucht die N-ERGIE aus Eigenverantwortung und ohne gesetzliche Verpflichtung die zur Trinkwasserversorgung herangezogenen Grundwässer auf PFAS. Anfang 2024 hat der Wasserversorger seine Untersuchungen auf das Trinkwasser im ganzen Netzgebiet ausgeweitet. Insgesamt konnten vereinzelt Spuren von lediglich sechs (PFBA, PFPeA, PFHxA, PFBS, PFOA und PFOS) der zwanzig relevanten PFAS-Substanzen nachgewiesen werden. Alle Werte liegen jedoch weit unter den ab 12. Januar gültigen Grenzwerten. Die aktuellen Ergebnisse der PFAS-Untersuchungen im Verteilnetz sind jeweils auf der N-ERGIE-Homepage veröffentlicht. PFAS sind eine große Stoffgruppe, der insgesamt über 10.000 Verbindungen zugerechnet werden. Sie haben wasser-, schmutz- und fettabweisende Eigenschaften und kommen daher in alltäglichen Produkten häufig zum Einsatz.

PFAS-Verbindungen sind unter natürlichen Umweltbedingungen nicht abbaubar

PFAS-Verbindungen sind sehr stabil – die Bindung zwischen Kohlenstoff und Fluor lässt sich nur unter hohem Energieaufwand lösen, sodass PFAS unter natürlichen Umweltbedingungen nicht abbaubar sind. Ein Beispiel dafür sind Rückstände von Löschschaum. Derzeit werden noch vielfach PFAS in Feuerlöschschäumen eingesetzt. Fluorhaltige Löschmittel sollten nur bei Bränden eingesetzt werden, bei denen bisher keine wirksame Alternative existiert. Die Rückstände im Boden bleiben sehr lange nachweisbar.