Nürnberg - Das Freihandelsabkommen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten kann bald abgeschlossen werden. „Die mittelfränkische Exportwirtschaft wird profitieren“, sagt der Präsident der Industrie- und Handelskammer Nürnberg für Mittelfranken.
09.01.2026 18:03 Uhr

„Die Zustimmung der EU-Staaten zum Mercosur-Abkommen ist eine sehr gute Nachricht – und zwar sowohl für die Weltwirtschaft als auch für die exportorientierte mittelfränkische Wirtschaft“, erklärt Armin Zitzmann, Präsident der Industrie- und Handelskammer Nürnberg für Mittelfranken, und ergänzt: „Sie ist auch ein Zeichen dafür, dass die EU noch handlungsfähig ist.“ Es sei ein wichtiges Signal gegen wirtschaftliche Abschottung, das den regelbasierten Handel stärken werde.

Nachdem bei einer Sitzung von Vertretern der 27 EU-Länder in Brüssel ausreichend viele Teilnehmer dem Abschluss des Deals zugestimmt haben, ist – mehr als ein Vierteljahrhundert nach Verhandlungsbeginn – der Weg für eine riesige EU-Freihandelszone mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay nun frei. Die Unterzeichnung soll bereits nächste Woche in Paraguay erfolgen.

Mercosur: Maschinenbau und die Automobilzulieferer in Mittelfranken profitieren

Die Unternehmen bekommen – wie IHK-Präsident Zitzmann betont – einen deutlich besseren Marktzugang zu den Mercosur-Staaten, die mit 270 Millionen Einwohnern die sechstgrößte Wirtschaftsregion außerhalb der EU bilden. Bisher sei der Austausch mit diesen Ländern oft mit zahlreichen Hürden verbunden – Stichworte: hohe Zölle, unterschiedliche Standards und schwieriger Zugang zu den Beschaffungsmärkten. Mit Mercosur sollen nun innerhalb von zehn Jahren 91 Prozent aller Zölle auf EU-Exporte wegfallen. Allein dies wird dem Geschäft mit Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay laut IHK neue Impulse geben. Davon dürften in Mittelfranken demnach insbesondere der Maschinenbau und die Automobilzulieferer profitieren.

„Auch wegen Mercosur steht Lateinamerika bei den internationalen Aktivitäten unserer IHK ganz oben“, erläutert Zitzmann. Am 25. Juni organisiert die IHK das bayernweite Lateinamerika-Forum in Nürnberg, im Dezember habe es bereits reges Interesse der Unternehmen an den „IHK-Kontakttagen Lateinamerika“ gegeben.