Neumarkt - Die IHK-Umfrage zeigt, dass Unternehmen in der Oberpfalz und Kelheim Investitionen scheuen. Jeder zwölfte Betrieb denkt sogar an Schließung.
29.12.2025 13:26 Uhr

Die Unternehmen in der Oberpfalz und im Landkreis Kelheim haben ihren Standort bewertet und der Politik eine klare Botschaft mitgegeben. Die Industrie- und Handelskammer Regensburg für Oberpfalz / Kelheim hat zum Jahreswechsel die Ergebnisse ihrer großen Standortumfrage vorgestellt. Alle fünf Jahre erhebt die IHK die unternehmerische Sicht auf die Region. Für die aktuelle Befragung 2025 wurden knapp 730 Betriebe aus allen Branchen befragt. Laut IHK liefert diese Umfrage ein realistisches Bild. „Anders als andere Standortrankings basieren die Ergebnisse nicht auf der amtlichen Statistik, sondern zeigen die unternehmerische Sicht auf den Wirtschaftsstandort“, so die Kammer.

Stabile Zufriedenheit, sinkende Investitionsfreude

Die Standortzufriedenheit bleibt weitgehend stabil: Im Durchschnitt vergeben die Unternehmen die Schulnote 2,5. Elf Prozent bewerten die Region mit „sehr gut“, knapp die Hälfte mit „gut“. Doch die Investitionsbereitschaft bricht ein. Seit 2020 hat sich der Anteil der Unternehmen mit Erweiterungsplänen halbiert. Nur noch 28 Prozent wollen am Standort wachsen, acht Prozent erwägen sogar eine Schließung. Während die Standortzufriedenheit weitestgehend stabil ist, bricht die Investitionsfreude ein. „Das ist ein ernstes Alarmsignal für den Kommunalwahlkampf“, warnte IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Helmes.

Betriebe sehen Handlungsbedarf bei Verwaltung und Energie

Die größten Defizite sehen die Betriebe bei der Dauer von Genehmigungsverfahren, der Verfügbarkeit qualifizierter Fachkräfte, den fehlenden digitalen Verwaltungsprozessen sowie den hohen Strompreisen. Positiv bewerten die Unternehmen dagegen die Zuverlässigkeit der Energieversorgung, die Loyalität und Motivation der Mitarbeitenden sowie die Lebensqualität in der Region – ein wichtiger Faktor für die Fachkräftegewinnung. Auch die Erreichbarkeit per Straße wird als Stärke genannt.

Kammer fordert konkrete Maßnahmen für Zukunft

Die IHK versteht die Ergebnisse ihrer Umfrage als einen klaren Handlungsauftrag. „Politikerinnen und Politiker, die bei der Kommunalwahl 2026 Verantwortung übernehmen wollen, sollten notwendige Maßnahmen zur Verbesserung der Standortbedingungen ergreifen“, so Helmes. Die Kammer gemeinsam mit ihren ehrenamtlich engagierten Unternehmerinnen und Unternehmern die auf die Gremien Amberg-Sulzbach, Cham, Kelheim, Neumarkt, Nordoberpfalz, Regensburg und Nordoberpfalz heruntergebrochenen Ergebnisse veröffentlichen. Dies diene als Auftakt, um konkrete Forderungen für die kommende Legislaturperiode direkt mit den Kandidaten zur Kommunalwahl 2026 zu diskutieren.