
Um seine Schulden zu reduzieren, verkauft der angeschlagene Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen seine Geschäftseinheit für Fahrerassistenzsysteme (ADAS) an den US-Innenraumelektronik-Spezialisten Harman International Inc. Laut Mitteilung beträgt der vereinbarte Unternehmenswert 1,5 Milliarden Euro. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Die Transaktion steht unter Vorbehalt der behördlichen Genehmigungen und soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 abgeschlossen werden.
ZF hatte in den vergangenen Monaten umfangreiche Spar- und Restrukturierungsprogramme angekündigt. So sollen deutschlandweit bis zu 14.000 Arbeitsplätze abgebaut werden. Auch der Standort in Nürnberg ist davon betroffen. Von den aktuell rund 860 Vollzeitstellen sollen rund 400 bis zum Jahr 2030 gestrichen werden.
ZF-Chef zu Verkauf: „Wichtiger Meilenstein für strategische Neuausrichtung“
„Mit der Übernahme der ZF-Geschäftseinheit für Fahrerassistenzsysteme durch Harman International haben wir einen wichtigen Meilenstein in der strategischen Neuausrichtung des Konzerns erreicht“, sagt ZF-Vorstandsvorsitzender Mathias Miedreich. „Die Veräußerung ermöglicht uns, dass wir unsere Ressourcen auf jene Kerntechnologien von ZF wie Fahrwerk, Antrieb, Nutzfahrzeug und industrielle Anwendungen konzentrieren, in denen wir global führend sind.“
„Unsere Übernahme des ADAS-Geschäfts von ZF ist ein strategischer Schritt für Harmann, um eine besser vernetzte Zukunft mit intelligenteren und sichereren Fahrzeugen zu ermöglichen“, kommentiert der Chef der Automobil-Sparte bei Harman, Christian Sobottka, den Deal.
ZF-Belegschaft in Nürnberg nicht vom Wechsel betroffen
Nach Angaben von ZF-Finanzvorstand Michael Frick tragen die Erlöse aus dem Verkauf dazu bei, „die Finanzverbindlichkeiten des ZF-Konzerns signifikant zu reduzieren“. Nach Abschluss der Transaktion werden voraussichtlich rund 3750 ZF-Mitarbeiter zu Harman wechseln. Im Gegensatz zur Belegschaft in Koblenz und Düsseldorf sind die Mitarbeitenden in Nürnberg davon nicht betroffen.

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