Nürnberg - Höhere Gebühren, kürzere Öffnungszeiten: Wie viele städtische Einrichtungen muss auch der Nürnberger Tiergarten sparen. Ab Februar 2026 werden deshalb die Eintrittspreise erhöht.
18.12.2025 15:27 Uhr

Der Tiergarten der Stadt Nürnberg erhöht ab Sonntag, 1. Februar 2026, die Gebühren für Tageskarten. Die Gebühren für Dauerkarten bleiben gleich. Diese Anpassung sei Teil der stadtweiten Anstrengungen, den Haushalt zu entlasten – und zugleich nötig, um steigende Unterhalts- und Entwicklungskosten abzufedern, teilt die Stadt mit. Der Stadtrat habe der geplanten Gebührenerhöhung zugestimmt.

„Wir erleben sehr herausfordernde Zeiten, durch die wir nur mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung gut hindurchkommen werden“, sagt Bürgermeister Christian Vogel. „Wie alle anderen städtischen Einrichtungen wird auch unser Tiergarten im Rahmen der Möglichkeiten dazu beitragen, den städtischen Haushalt zu entlasten.“ Hierfür werden ab 2026 auch die Öffnungszeiten angepasst: In der Hauptsaison vom 29. März bis zum 4. Oktober hat der Tiergarten täglich von 8.30 bis 18 Uhr geöffnet – zwei Stunden kürzer als bisher. Dadurch spart die Stadt pro Jahr zirka 40.000 Euro ein.

Tiergarten bietet weiter Ermäßigungen mit Nürnberg-Pass

Bei den Eintrittsgebühren wird es auch zukünftig umfangreiche Ermäßigungen für Bürgerinnen und Bürger geben: Erwachsene Nürnberg-Pass-Inhaber zahlen 8,20 Euro für den Tiergartenbesuch, bei Kindern mit Nürnberg-Pass fällt eine Eintrittsgebühr von 4,40 Euro an. Der reguläre Eintritt für Erwachsene erhöht sich um einen Euro von bisher 20 auf 21 Euro, der für Jugendliche um 80 Cent von 15 auf 15,80 Euro. Für Kinder gilt ab Februar 2026 ein Eintrittspreis von 9,80 statt wie bisher 9,40 Euro.

Ein begrenztes Kontingent von ermäßigten Online-Kinderaktionskarten gibt es weiterhin – diese kosten dann 6 Euro. Die Gebühr für eine Familienkarte erhöht sich von 45 auf 47,50 Euro, eine Teilfamilienkarte kostet ab Februar 2026 mit 26,50 Euro 1,50 Euro mehr als bisher. Die Gebühren für Dauerkarten bleiben unverändert: Sie kosten weiterhin 94 Euro für Erwachsene, 65 Euro für Jugendliche und 41 Euro für Kinder.

Bürgermeister Christian Vogel erläutert: „Wie bei allen anderen Sparmaßnahmen haben wir auch beim Tiergarten sehr großen Wert darauf gelegt, sie so gerecht wie möglich zu gestalten. Niemand soll dadurch zurückbleiben und es liegt uns sehr am Herzen, dass alle Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit haben, im Tiergarten der Natur nahezukommen. Ich denke, das ist uns mit der jetzt gefundenen Lösung gelungen.“

Mit den durch die Gebührenerhöhung erwarteten Mehreinnahmen trägt der Tiergarten einen Teil seiner Personalkosten und muss die Sanierung der Infrastruktur stemmen, die streckenweise noch aus den 1930er-Jahren stammt. Daran arbeiten Tiergartenmitarbeiter bereits seit vielen Jahren, doch zur Qualitätssicherung im Bereich Besucherservice und Tierhaltung, zur Erhaltung der Bausubstanz und zur Aufrechterhaltung der Betriebssicherheit müsse der Tiergarten inzwischen verstärkt auf externe Vergaben und Outsourcing von Dienstleistungen setzen, so die Kommune.

Klimawaldpfad ist neue Attraktion im Tiergarten Nürnberg

„Als öffentliche Einrichtung sehen wir uns in der Verantwortung, sorgsam mit den Mitteln der Stadt umzugehen und dabei ein Ort zu bleiben, der allen Bürgerinnen und Bürgern offen steht“, sagt Tiergartendirektor Dr. Dag Encke. Zugleich stehe der Zoo vor der Herausforderung, seinen Beitrag für den Erhalt der Artenvielfalt weiter zu steigern und vorbildlich zu wirtschaften, was Klima- und Umweltschutz betrifft. „Auch wenn wir dies – wie viele andere auch – derzeit unter erschwerten Bedingungen tun, sind wir sehr zuversichtlich, dass wir gemeinsam all diese Aufgaben gut meistern werden.“

Zuletzt waren die Gebühren 2024 erhöht worden. Seitdem habe der Tiergarten das Angebot für Gäste stetig weiterentwickelt, so die Stadt. Ein Beispiel hierfür sei die Eröffnung des Klimawaldpfads, der durch die Zukunftsstiftung der Sparkasse Nürnberg ermöglicht wurde. In unmittelbarer Nähe zum Klimawaldpfad entstand eine neue Anlage für Waldrentiere, eine Groß-Voliere für Alpenkrähen und Alpen-Steinhühner, zwei Freiland-Terrarien für Kreuzottern und heimische Amphibien sowie ein neuer Spielplatz an der Waldschänke und ein neu gestalteter Besucherbereich dort.