Schwabach - Die Parteien in Schwabach müssen sich an einen neuen Mitspieler gewöhnen. Die AfD hat für die Kommunalwahl nicht nur einen OB-Kandidaten nominiert, sondern auch eine 13-köpfige Liste aufgestellt. Und ein Programm gibt es auch.
17.12.2025 11:07 Uhr

Bei der Kommunalwahl am 8. März 2026 wird die AfD in Schwabach nicht nur mit einem Oberbürgermeisterkandidaten (Sebastian Meyer) am Start sein, sondern erstmals auch mit einer eigenen Stadtratsliste. „Wir haben insgesamt 13 Kandidaten gefunden, die mit uns gemeinsam in Schwabach etwas aufbauen und in den Stadtrat einziehen wollen“, so OB-Kandidat Meyer. Zur Erinnerung: Obwohl damals schon überregional deutlich sichtbar, hatten es die Rechtspopulisten, deren Partei vom Verfassungsschutz in Teilen als rechtsextrem eingestuft wird, 2020 weder in Schwabach noch in den Städten und Gemeinden im Kreis Roth kandidiert. Das wird sich 2026 ändern.

Diese Afd-Kandidaten für den Schwabacher Stadtrat sind: Sebastian Meyer (Marketingleiter, Listenplatz 1 und OB-Kandidat), 2. Alexander Martini (Unternehmer), 3. Harald Janich (Zentralheizungs- und Lüftungsbauer), 4. Ewald Madl (Selbstständiger Kaufmann), 5. Marc Lindner (Kaufmännischer Angestellter), 6. Gabriela Stepputat (Schneiderin), 7. Gerd Dressel (Technischer Einsatzleiter i.R.), 8. Christian Meier (Meister im Garten- und Landschaftsbau), 9. Markus Thielow (Angestellter), 10. Reiner Krüger, 11. Claudia Krüger, 12. Marion Weber (Angestellte), 13. Jasim Weber (Angestellte).

Das Programm: mal mehrheitsfähig, mal rechtsaußen

Gleichzeitig mit der Kandidatenaufstellung hat die AfD auch ein Programm vorgelegt. Einige Punkte könnten auch von anderen Parteien kommen: Die Rechtspopulisten fordern zum Beispiel eine planbare, bessere und ausgeweitete Ferienbetreuung. Außerdem wollen sie sich für mehr Mobilität, generationsübergreifende Begegnungen, einen Pflegelotsen und barrierefreie Zugänge zur Stadt einsetzen.

Andere Dinge scheinen kaum mehrheitsfähig zu sein. Eine Senkung von Gewerbe- und Grundsteuer sowie eine Senkung der „Kosten für Gebühren“ kann sich außerhalb der AfD niemand vorstellen. Damit sollen Unternehmen und Mieter schnell entlastet werden. Gegenfinanziert werden soll das, in dem die „Geldverbrennung im Rathaus gestoppt“ werden soll. Wobei die AfD nicht klar benennt, wo aus ihrer Sicht im Rathaus Geld verbrannt wird.

In Sachen Klinik-Insolvenz und dem „Desaster um das Hallenbad“ fordert die AfD mehr Transparenz. Die Bürger hätten hier „ein Recht auf Wahrheit“, heißt es im Pressebericht. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass die AfD, wem auch immer, vorwirft, gelogen zu haben.

Großprojekte nur noch per Bürgerentscheid

Großprojekte will die AfD künftig nicht mehr im Stadtrat, sondern per Bürgerentscheid absegnen lassen - und so „die Themen aus dem Stadtrat wieder stärker auf die Straße und unter die Leute bringen“.

Klare Rechtsaußen-Positionen vertritt die AfD beim Thema Migration. Sie will einen „Aufnahmestopp“ verhängen. Das klingt eher nach Bundestags-, denn nach Stadtratswahl. Denn welche Handhabe eine Stadt haben soll, wenn Menschen aus anderen Städten, Landkreisen, Bundesländern oder aus dem Ausland nach Schwabach ziehen wollen, ist unklar. Und Flüchtlinge kommen ja nicht einfach so, sondern werden über einen bestimmten Verteilungsschlüssel von der Regierung zugewiesen.

Auch in einem anderen Punkt lassen die Blauen aufhorchen. Schwabach müsse als „Magnet für Sozialmigration“ unbequem werden. Doch ist Schwabach wirklich ein solcher Magnet für Menschen mit wenig Geld und niedriger Bildung? Im Vergleich zu den anderen Städten in Mittelfranken ist die Quote Hilfeempfänger eher niedrig. Wie man abschrecken will, weiß die AfD dafür sehr gut: Sach- statt Geldleistungen, Arbeitszwang und die Forderung nach erweiterten Deutschkenntnissen „sind dabei nur der Anfang“, heißt es in der Pressemitteilung.

Mit Neubaugebieten Wohnungsmangel bekämpfen

Den Wohnungsmangel will die AfD mit der Erschließung von Neubaugebieten bekämpfen. So könnten die Wartelisten abgebaut werden, die hohen Mieten würden so sinken. Aber auch hier werden Wohnungssuchende in Kategorien eingeteilt: „Das Problem ist nicht losgelöst von der Migration zu betrachten“, heißt es in der Pressemitteilung.