
Wer 70 Jahre lang verheiratet ist, darf an diesem Jahrestag seine "Gnadenhochzeit" feiern. Der Name soll die Gnade ausdrücken, dass die Ehepartner zusammen ein solch hohes Alter erreicht haben. Dieses Jubiläum können nur die wenigsten Paare feiern, in der Politik ist eine sieben Jahrzehnte währende Treue ebenso bemerkenswert. Hildegard Meister ist eine der wenigen, die von sich selbst behaupten können, ihrer Partei 70 Jahre treu geblieben zu sein.
Vor kurzem gratulierten ihr der SPD-Kreisverband Fürth-Stadt sowie der SPD-Distrikt Burgfarrnbach und überreichten ihr Ehrenzeichen und Urkunde. „Hildegard Meister gehört zu den Begründern des Fürther Bündnisses gegen Rechtsextremismus – gerade heute erleben wir wieder, wie wichtig diese Arbeit war und ist. Sie war jahrzehntelang in der Arbeiterwohlfahrt Burgfarrnbach aktiv und im Tierschutzverein sowie im Bund für Geistesfreiheit tätig“, lässt sich Matthias Dornhuber, Vorsitzender der SPD Fürth, in einer Pressemitteilung zitieren. Oft habe sie sich zusammen mit ihrem bereits verstorbenen Mann Adi Meister engagiert. 2015 erhielt Hildegard Meister das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für ihre besonderen ehrenamtlichen Verdienste.
„Sie zeichnet sich auch seit jeher durch ihre Geradlinigkeit, Offenheit und klaren Überzeugungen aus und hat keine Scheu vor klaren Worten“, ergänzte Fürths OB Thomas Jung. „Das tut gut und hilft.“
Schmidt und Brandt unterschrieben noch: Hildegard Meister ist seit 70 Jahren bei der SPD
Die Sozialdemokraten feierten darüber hinaus ein zweites großes Jubiläum: Rudolf Becker kommt auf 50 Jahre als Parteimitgliedschaft. Becker war 18 Jahre lang Kämmerer der Stadt Fürth, ehe er im Dezember 2009 in den Ruhestand ging. „Ohne einen Kämmerer mit klarem innerem Kompass und Überzeugungen wie Rudi Becker wäre der Aufschwung der letzten 20 Jahre in Fürth nicht möglich gewesen“, betont Jung. „Nach 2002 waren große Investitionen nötig, um den Weg des Aufschwungs einzuschlagen, der sich heute so auszahlt. Rudi Becker war als Kämmerer ein Glücksfall für die Stadt.“
Hildegard Meister trat 1956 in ihrer Heimat Hamburg in die SPD ein, Rudi Becker 1976 in der Kleeblattstadt. Beide stammen aus sozialdemokratischen Familien und erklärten bei ihrer Ehrung, dass in all den Jahrzehnten und bis heute keine andere Partei für sie infrage kam und kommt. Außerdem wurde die Burgfarrnbacher Sozialdemokratin Kerstin Breitschuh geehrt. Sie ist seit 25 Jahren Mitglied in der SPD. Jung hat nicht vergessen, wie sie beim OB-Wahlkampf 2002 erstmals mit anpackte.
Am Ende bestaunten alle das Parteibuch von Hildegard Meister mit den Originalunterschriften von Helmut Schmidt und Willy Brandt. Dornhuber: „Hildegard Meister trägt die Fahne der Sozialdemokratie länger, als es die meisten Parteien in unserem Land gibt.“

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