Nürnberg/Neumarkt - Kriminelle sollen einen Immobilienunternehmer aus dem Raum Neumarkt um mehr als eine Million Euro betrogen haben. Die Täter lockten mit gefälschten Grundbuchauszügen und sogar einer angeblichen Goldmine. Nun sitzen zwei Männer in Untersuchungshaft.
08.12.2025 15:51 Uhr

Ein Betrug in Millionenhöhe beschäftigt derzeit die Nürnberger Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth. Drei Personen sollen seit März 2025 den Inhaber einer Immobilienfirma aus dem Raum Neumarkt mit fingierten Immobiliengeschäften um mehr als eine Million Euro gebracht haben. Nach monatelangen Ermittlungen gelang es den Beamten, die Tatverdächtigen festzunehmen. Zwei Männer sitzen inzwischen in Untersuchungshaft, teilt das Polizeipräsidium Mittelfranken in einer Presseerklärung mit.

Die mutmaßlichen Betrüger hatten sich unter falschen Namen an den 61-jährigen Unternehmer gewandt und ihm bei Treffen in Nürnberg verschiedene Immobilien zum Kauf angeboten. Um glaubwürdig zu wirken, legten sie offenbar gefälschte Grundbuchauszüge vor. Der Geschäftsmann zahlte daraufhin über eine Million Euro an die beiden Männer, nachdem er selbst bereits Anzahlungen von Interessenten erhalten hatte. Als die versprochenen Immobilien nicht übereignet wurden und auch keine Rückerstattung erfolgte, schaltete der Geschädigte im August die Polizei ein.

Betrüger boten einem Neumarkter Makler auch Geschäftsanteile an einer afrikanischen Goldmine an

Das Fachkommissariat für Betrugs- und Fälschungsdelikte übernahm den Fall und überprüfte die Eigentumsverhältnisse der angebotenen Objekte. Der Verdacht bestätigte sich: Die angeblichen Verkäufer waren in keinem Grundbuch eingetragen. Mitte September trafen sich die Männer erneut mit dem Unternehmer, diesmal um über den Kauf von Geschäftsanteilen einer afrikanischen Goldmine zu sprechen. Als die Ermittler zugriffen, flüchteten die Verdächtigen in einem Mercedes. Die Polizei stoppte das Fahrzeug kurz darauf und nahm einen 43-jährigen Mann sowie eine 33-jährige Frau fest. Gegen den Mann erließ das Amtsgericht Nürnberg Untersuchungshaft.

Der zweite Hauptverdächtige konnte zunächst entkommen. Nach intensiven Ermittlungen identifizierten die Beamten den Flüchtigen als 37-jährigen Deutschen. Im November wurde er bei Allersberg in einem Auto gestellt und verhaftet. Außerdem stießen die Ermittler auf eine weitere Tatverdächtige, eine 33-jährige Frau, die an Teilen der Betrugsserie beteiligt gewesen sein soll.

Polizei fand bei Durchsuchung umfangreiches Beweismaterial

Bei anschließenden Durchsuchungen fanden die Beamtinnen und Beamten der Polizei umfangreiche Beweismittel, mutmaßliches Diebesgut sowie gefälschte Goldmünzen und -barren. Die Ermittlungen dauern laut einer Sprecherin des Polizeipräsidiums Mittelfranken an. Alle vier Personen müssen sich nun wegen des Verdachts des Betrugs verantworten.


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