
Die Kolumne der Fürther Nachrichten „die Woche“ gibt es jetzt auch online. Hier erhalten Sie eine Übersicht der Gewinner und Verlierer, der Tops und Flops und auch darüber, was für die nahe Zukunft wünschenswert wäre.
Starten wir mit dem Gewinner der Kalenderwoche 49.
Gewinner der Woche in Fürth
Gewinner ist die Firma Atos, die dem Westen von Fürth am Mittwoch sein blaues Wunder beschert hat. Am Himmel zeigte sich nach Einbruch der Dunkelheit auf breiter Front ein mysteriöser blau-violetter Schein, es wurde auf der Facebook-Seite der Fürther Nachrichten, wo wir ein Foto mit der Bitte um Aufklärung posteten, zahlreich und munter gerätselt: Blaue Nacht jetzt auch in Fürth? Fake-Polarlichter? Die Erleuchtung im Ronhof? Sonnensturm oder gar Ufos? Knapp daneben, schnell ging uns ein Licht auf: Das Atos-Gebäude an der Würzburger Straße wurde lila angestrahlt und sorgte für das vermeintliche Himmelsphänomen. Hehrer Anlass war der internationale „Purple Light Up Day“, der am 3. Dezember ein Zeichen für die Inklusion von Menschen mit Behinderungen setzt - mit Gebäuden, die aus diesem Grund entsprechend illuminiert werden.
Verlierer der Woche in Fürth
Verlierer sind die Patientinnen und Patienten jener Hausarztpraxis, die in Wintersdorf zum 31. Dezember Spritzen und Rezeptvordrucke einpackt. Selbst wenn der Versorgungsatlas der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern für das Zirndorfer Stadtgebiet noch eine Versorgung signalisiert, bei der der Blutdruck nicht in schwindelerregende Höhen schießen muss, nützt das gerade den älteren Menschen herzlich wenig. Einfach ins Auto steigen und beim nächsten Mediziner vorbeischauen? Das funktioniert bei ihnen leider nicht immer. Statistik ist eben das eine, der Doktor nah am Patienten das andere.
Erfreuliches der Woche in Fürth
Erfreulich ist, dass Nürnberger Politiker inzwischen kostenlos Werbung für die Fürther City machen - mit tatkräftiger Influencer-Unterstützung. Wenn ein OB-Kandidat (SPD) aus der nicht gerade mit Minderwertigkeitskomplexen kämpfenden Nachbarschaft sich vom hiesigen Rathaus-Chef (ebenfalls SPD) erklären lässt, wie man’s macht, lässt sich das einerseits mit Wahlkampf und dem gleichen Parteibuch erklären. Andererseits hat sich Fürth eben tatsächlich gemausert. Schön, wenn man das inzwischen auch jenseits der Stadtgrenze anerkennt.
Bedauerliches der Woche in Fürth
Bedauerlich ist der barsche Tonfall, mit dem der Betreiber eines Fürther Weihnachtsmarkt-Standes zweifeln lässt, ob Kummer und Harm tatsächlich so still schweigen, wie es ein Winterlied behauptet. Nicht in allen Herzen ist's warm - denkt man jedenfalls, wenn man beim Betrachten der Räuchermännla-Vitrine auf einen handgeschriebenen, an die Scheibe gepappten Zettel stößt, darauf steht: „Finger raus keine Selbstbedienung“, Komma und 17 Ausrufezeichen fielen dem Sparzwang zum Opfer. Eine Ansprache wie vom Bademeister beim Schulschwimmen 1966. Aber sagen wir's mal so: Auch andere Weihnachtsmärkte haben schöne Räuchermännla. Und 100 Gramm mehr Herz.
Wünschenswertes der Woche in Fürth
Wünschenswert wäre, und jetzt kommt ein unglaublich überraschender Vorweihnachtswunsch, ein Derby-Sieg. Nicht nur, weil Derby-Siege an und für sich sehr schön sind, sondern weil ausgerechnet dieses Derby das Zeug hat, zum „Gamechanger“ des Kleeblatts zu werden und die miese „Wir sind 17.“-Laune durch vorsichtigen Optimismus zu ersetzen. Zumal jetzt, da die SpVgg einen Vogel hat und man nicht nur in Ornithologen-Kreisen auf „Aufwind“ hoffen darf.
Aber wie es auch kommt: Ein entspanntes Wochenende und danach einen guten Start in die neue Woche wünscht einstweilen
DIE REDAKTION






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