
42 Persönlichkeiten bekamen am Donnerstag, 4. Dezember 2025, von Landtagspräsidentin Ilse Aigner im Maximilianeum den Bayerischen Verfassungsorden - und darunter sind auch zwei oder eigentlich sogar drei Erlanger. Mit dem Orden würdigt der Bayerische Landtag Bürgerinnen und Bürger, die sich in besonderer Weise um die Verwirklichung der Grundsätze der Bayerischen Verfassung verdient gemacht haben.
Zu den Ordensträgerinnen und Ordensträgern 2025 zählen bekannte Persönlichkeiten wie die Zeitzeugin Eva-Maria Umlauf, Kabarettist Django Asül, Schauspieler Heiner Lauterbach oder Fußballerin Giulia Gwinn, aber auch Menschen, die in ihrem direkten Umfeld wirken. Wie beispielsweise der frühere Innenpolitik-Chef der Nürnberger Nachrichten, Herbert Fuehr. Der Erlanger wurde vor allem für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement für Naturschutz und Menschenrechte ausgezeichnet, hieß es zur Begründung.
Seit seinem Ruhestand engagiert sich Fuehr ehrenamtlich für Demokratie, Menschenrechte und Naturschutz. Seit 2013 ist er stellvertretender Vorsitzender der „Bürgerbewegung für Menschenwürde in Mittelfranken“. Zudem betreute er viele Jahre lang einen jungen Geflüchteten aus Eritrea. Als Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Erlangen setzte er sich für den Erhalt der Umwelt ein. „Sein Engagement“, so die Jury, „ist vielseitig und reicht von politischer Bildung bis zu persönlicher Hilfe.“
Josia Topf: Der aktuell erfolgreichste deutsche Para-Schwimmer
Der weitere Erlanger Ordensträger, Josia Topf, wurde für seine herausragenden Leistungen im Para-Schwimmen und sein Engagement für Inklusion und Barrierefreiheit ausgezeichnet. Der 22-Jährige ist der aktuell erfolgreichste deutsche Para-Schwimmer seiner Startklasse und Para-Sportler des Jahres 2025. Trotz angeborenem TAR-Syndrom schwimmt er ohne Arme und mit eingeschränkter Beinfunktion – und setzt weltweit Maßstäbe.
Bei der Weltmeisterschaft in Singapur gewann er vier Medaillen, darunter zweimal Gold, und stellte im Oktober einen Weltrekord auf. Auch von den Paralympics 2024 brachte er einen kompletten Medaillensatz mit. Neben dem Sport engagiert sich der Jura-Student der FAU als Motivationsredner für Inklusion und Barrierefreiheit. „Mit seinen Vorträgen inspiriert er Menschen mit und ohne Behinderung und macht Mut, eigene Grenzen zu überwinden“, hieß es in der Laudatio.
Mit Erlangen ganz stark verbunden ist auch Karlheinz Brandenburg. Er erhielt die Auszeichnung für seine bahnbrechenden Entwicklungen in der Forschung, insbesondere als Mitentwickler des mp3-Verfahrens. „Karlheinz Brandenburg gehört zu jenen Persönlichkeiten, die mit einer einzigen Idee die Welt verändern“, heißt es dazu vonseiten des Bayerischen Landtags.
Karlheinz Brandenburg: Mitentwickler des mp3-Verfahrens
Als Mitentwickler des mp3-Verfahrens hat er gemeinsam mit seinen Kolleginnen und Kollegen am Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen in Erlangen das Hören von Musik revolutioniert - und damit ein Stück digitale Kulturgeschichte geschrieben. Seine Forschung, die er später als Professor für Elektronische Medientechnik an der TU Ilmenau und als Direktor des Fraunhofer-Instituts für Digitale Medientechnologie fortführte, prägt Generationen. Da er nun in Illmenau lebt und wirkt, wurde er geografisch der thüringischen Stadt und eben Erlangen zugeordnet. Die Freude über die Auszeichnung war bei den drei Erlangern groß - ebenso wie bei allen anderen Ordensträgern.
Aigner selbst betonte in ihrer Rede in München die Bedeutung des Engagements: „Die gefühlte Ohnmacht ist eine große Gefahr für unsere Demokratie. Die Geehrten zeigen, dass jeder etwas bewirken kann.“ Der Bayerische Verfassungsorden wird seit 1991 verliehen und gilt als eine der höchsten Auszeichnungen des Freistaats. Er steht für Werte wie Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität – Prinzipien, die die Geehrten mit Leben füllen.


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