
Das Fränkische Seenland steckt voller Rätsel und Fragen. Wir als Lokalredaktion vor Ort können nicht alles ergründen, trotzdem lässt sich einiges herausfinden. Dafür muss aber klar sein, wer nachhakt. Das entscheiden wir in Redaktionskonferenzen, die wir zweimal wöchentlich abhalten.
Im Redaktionssystem wird jeder Termin einzeln begutachtet: Ist er relevant für unsere Medienauftritte in gedruckter und digitaler Form? Relevanzkriterien gibt es schon lange im Journalismus: Neues, Kurioses und Emotionales interessiert die Menschen fast immer - und noch mehr, wenn sie persönlich im Alltag betroffen sind.
Seit einigen Jahren arbeiten der Verlag Nürnberger Presse und seine Lokalredaktionen deshalb mit sogenannten Engagement-Faktoren. Anhand dieser entscheidet die Konferenz, ob ein Thema oder Termin wichtig genug ist, um einen Reporter zu beauftragen. Oft werden auch freie Mitarbeiter eingesetzt. Diese Honorarkräfte sind essenziell, um die Themenvielfalt in der Region abzudecken und die Redaktion mit Neuigkeiten zu versorgen.
Ereignisse mit großer Relevanz werden dagegen von Redakteuren bearbeitet - beispielsweise große Bauprojekte oder die Sitzungen des Stadtrats. In der Regel gibt es für solche Sitzungen einen festen Beauftragten, bei dessen Abwesenheit springt ein Kollege ein.
Nicht jedes eigene Thema der Redakteure ist relevant
Nach den Terminen stellen die Redakteure eigene Themenideen vor, auf die sie in Gesprächen, anderen Medien oder Sozialen Netzwerken aufmerksam geworden sind. Diese werden ebenfalls nach Relevanz priorisiert. Meist möchten die Reporter ihre Ideen auch selbst umsetzen, soweit das der Dienstplan zulässt und kein Interessenkonflikt besteht.
Das Prinzip „Jeder muss alles können“ prägt die Redaktion. Dennoch werden Interessen und Erfahrungen berücksichtigt. Themen wie Frauengesundheit oder queere Sichtbarkeit gehen zum Beispiel eher an weibliche und junge Reporterinnen. Jedoch entwickelt sich die Redaktion stetig weiter und es ist erwünscht, dass sich Redakteure auch in untypische Situationen begeben, etwa wenn ein unsportlicher Bücherwurm das Wakeboarden am Brombachsee ausprobiert.

1 Kommentar
Kantigenes
"jeder muß alles können" kann nicht funktionieren. Punkt.
Tiefere Fachkenntnisse sind leider auch bei Tageszeitungen unerläßlich. Das macht Artikel erst lesenswert. Fällt da nicht - rein unbeabsichtigt natürlich - das Stichwort Fortbildung? Soll dann die gesamte Redaktion auf "Fortbildung"? Und überlegt euch, was die Konsequenz davon ist / wäre: die Artikel schreibt eine Zeitungs-KI mit Meldungen aus den Nachrichtenagenturen. Schöne neue WELT.
04.12.2025 11:29 Uhr