
Im Bereich Marketing lässt sich ja so mancherlei Öffentlichkeitswirksames auffahren. Aber dass ausgerechnet bei dieser viel beachteten Pressekonferenz zum Nürnberger Christkindlesmarkt der erste Schnee eine feine weiße Schicht auf Straßen und Wege gezaubert hat, konnte so nicht geplant werden. Überhaupt ist die Präsentation des nahenden Marktes eine, die allen Beteiligten und Verantworten sichtlich Vergnügen macht.
Auch, weil erst vor wenigen Wochen ein Londoner Magazin den Nürnberger Weihnachtsmarkt zum Schönsten Europas gekürt hat. Wie eindeutig wir es hier mit einem Markenzeichen zu tun haben, zeigt ein Gespräch zweier Kinder im Grundschulalter am Rande der gerade erwachenden Kinderweihnacht: „Welches ist eigentlich dein liebster Christkindlesmarkt?“, sagte dort ein Schüler zum anderen.
Die Nürnbergerin Nora Falk wird als Christkind den imaginären Vorhang öffnen
Bevor also am Freitag, 28. November, um 17.30 Uhr das Christkind Nora Falk den Zauber beginnen lässt, ging es in der Ankündigung vor vielen Medienvertretern auch darum, warum der Markt so erfolgreich ist - und da gab es einen Einblick in die Zutaten. Man nehme: Essen. Nur nicht zu viel. Während in anderen Märkten der Futteranteil immer größere Ausmaße annimmt, bleibt Nürnberg seinem Grundsatz treu. 20 Prozent Kulinarisches, 80 Prozent Handwerkskunst.
Und in allen Bereichen, gibt es nur äußerst sanfte, moderate Anpassungen. Der Nachfrage entsprechend hat beim Essen der Anteil an Bioprodukten und Vegetarischem zugenommen. Weitestmöglich, wie Nürnbergs Wirtschafts- und Wissenschaftsreferentin Andrea Heilmaier betont, bleibe man beim Bewährten und beim Regionalen.
Vor allem Regionales erzeuge eine starke Sogwirkung. Nicht das, was es überall gibt, sondern das, was es nur hier gibt. Als Beispiel nennt Heilmaier die Rauschgoldengel, die einer Nürnberger Tradition entspringen. Dass die drei kindergroßen Exemplare, die an Schnüren weit über den Köpfen der Besucher hängen, auch Namen haben, war dabei selbst für einige „alte“ Christkindlesmarktkenner neu. Sie hören auf die Namen Bärbel, Kunigunde und Rosa.
Digital wird natürlich mittlerweile die Übersicht über die Buden im Netz präsentiert - und damit auch Touristen aus anderen Ländern zu den fränkischen Adressen „Sternlasweg“ und „Dockngässla“ geführt. Influencer und Blogger aus der ganzen Welt haben sich bereits für einen Rundgang angemeldet.
Und was kostet das alles für den Besucher? Preislich liegt der Glühwein - mit 5 Euro Tassenpfand - zwischen 4,50 und 5 Euro, in der gleichen Preisspanne, in der die „3 im Weckla“ brutzeln. Der alkoholfreie Punsch soll zwischen 3,50 und 4 Euro die Tasse erhältlich sein.
Lebkuchen Schmidt hat die Ehre, als einzige Lebküchnerei auf dem Markt vertreten sein zu können - heuer mit einer Neuheit: In der Königstraße wurde ein Pop-up-Store, also ein kurzfristiger Laden, mit Backstube eröffnet. Hier gibt es bis zum 20. Dezember Workshops, in denen 6 bis 25 Personen unter Anleitung selbst Lebkuchen herstellen können. Tickets für die zweistündigen Kurse gibt es bei der Tourist-Information oder online unter www.tourismus.nuernberg.de
Vielleicht steuert Nürnberg bei den Übernachtungszahlen auf einen neuen Rekord zu
Immer zur Christkindlesmarktzeit schießen auch in der von Yvonne Coulin genau beobachteten Statistik die Übernachtungszahlen in die Höhe. Die Geschäftsführerin der Congress- und Tourismus-Zentrale Nürnberg berichtet für Dezember 2024 vom höchsten Stand seit dem Jahr 1952: fast 388.000 Übernachtungen wurden hier registriert. Man sei jetzt schon gespannt, was man heuer nach Saisonabschluss festhalten wird. Denn der Ausblick zeige schon jetzt fürs Eröffnungswochenende eine leichte Steigerung im Vergleich zum Vorjahr. „Wir blicken optimistisch auf den Dezember“.
In den Startlöchern steht ebenfalls die Nürnberger Kinderweihnacht. Der noch relativ junge Teil des Christkindlesmarktes - seit 1999 gibt es den Bereich für die Kleinen - ist für viele nicht mehr wegzudenken. Hier gehören Mitmachprogramme, Fahrgeschäfte und Kinderpost zum Inventar. Erstmals ist das Fränkische Freilandmuseum mit einer eigenen Hütte und tierischer Ausstellung dabei.
Anke König, Ehefrau des Oberbürgermeisters Marcus König, will als Patin für eine besondere Aktion einmal mehr dafür sorgen, dass Wünsche auch dort erfüllt werden, wo sie sonst Wünsche bleiben würden. Am Wünschebaum kann man sich einen Zettel mitnehmen und einem bedürftigen Kind ein frohes Fest ermöglichen. Dabei geht es nicht um die neueste Playstation. Schausteller-Sprecher Lorenz Kalb greift exemplarisch einen Zettel heraus, auf dem sich ein Kind sehnlichst einen neuen Farbkasten wünscht.
Wieder ist die Kinderweihnacht über Heilig Abend hinaus geöffnet. Bis zum 30. Dezember treffen Familien mit Kindern hier auf offene Buden und aktive Fahrgeschäfte. Für alle, die es gern etwas ruhiger haben.



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