Nürnberg - Fünf Meter hoch ist das Textilmonster, das Greenpeace in der Nürnberger Altstadt auf die Beine gestellt hat. Die Installation und die zugehörige Ausstellung führen vor Augen, welche Wirkung der Textil-Konsum hierzulande auf ärmere Länder hat.
19.11.2025 18:20 Uhr

Acht Greenpeace-Aktivisten haben heute in Nürnberg für ein Anti-Fast-Fashion-Gesetz demonstriert. Dafür haben sie eine fünf Meter hohe Kunstinstallation aus Bekleidungsmüll am Ludwigsplatz vor dem Weißen Turm aufgestellt. „In rund einem Monat werden Modekonzerne während der ‚Black Week‘ den Kauf von Wegwerfkleidung mit aggressiven Rabattaktionen weiter anheizen“, heißt es in einer Pressemitteilung der Umweltschützer.

Nürnberg: 4,6 Tonnen Kleidungsstücke gesammelt

Laut Greenpeace ist die Stoff-Installation nach einem Entwurf von der Künstlerin Emanuele Jane Morelli erstellt worden. Sie besteht aus Textilien, die Greenpeace aus den Müllbergen des Kantamanto-Markts von Accra in Ghana gesammelt hat. Textilien, „die sonst verbrannt oder auf Deponien gelandet wären“. Gesammelt wurden laut Greenpeace 4,6 Tonnen Textilien, rund 19.000 Kleidungsstücke, die man nach Deutschland gebracht hatte. „Analysen zeigen, dass über 96 Prozent der Textilien synthetische Fasern enthalten, die in Ghana zur massiven Plastikverschmutzung beitrage.“

Eine Ausstellung rund um die Installation in Nürnberg zeigt die vermüllte Landschaft in Ghana. Vor diesem Hintergrund fordert Greenpeace ein Anti-Fast-Fashion-Gesetz nach französischem Vorbild. „Dieses umfasst eine Sonderabgabe auf Fast-Fashion-Produkte und fördert die textile Kreislaufwirtschaft wie Secondhand, Reparatur- oder Tauschsysteme. Zudem verbietet es Werbung für Fast-Fashion, auch auf Social Media“, heißt es in der Pressemitteilung.