Nürnberg - Das Tierheim im Nürnberger Osten ist in großer Finanznot - und sieht nun die Bundespolitik in der Pflicht. Einrichtungsleiterin Tanja Schnabel sagt: „Wir arbeiten schon lange am Limit.“
11.11.2025 14:25 Uhr

Das Tierheim Nürnberg schlägt Alarm: Wenn der nächste Bundeshaushalt keine Investitionshilfe für den örtlichen Tierschutz vorsieht, hat das laut Mitteilung schwerwiegende Folgen. Der Haushaltsausschuss des Bundestages wird den Bundeshaushalt am 14. November finalisieren, die darauffolgende Zustimmung des Bundestags gilt als sicher.

Nach aktuellem Stand sind keine Gelder für Tierheime und ähnliche Einrichtungen vorgesehen – trotz des im Koalitionsvertrag der Bundesregierung angekündigten Versprechens, bei Investitionen zu unterstützen. „Wir arbeiten schon lange am Limit. Ohne Investitionsförderung können wir unsere Arbeit bald nicht mehr so fortsetzen wie bisher“, sagt Tanja Schnabel, Tierheimleiterin. „Wir appellieren daher an die Bundestagsabgeordneten der Region, sich in den verbleibenden Tagen für die Hilfen im Bundeshaushalt starkzumachen.“

Tierheim Nürnberg bittet um Hilfe

Ebenso bitten die Tierschützer die Öffentlichkeit um Unterstützung: „Wir können das als gemeinnütziger Verein nicht weiter allein stemmen. Tierschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.“ Viele Tierheime in Deutschland stehen vor enormen strukturellen Herausforderungen: marode Gebäude, gestiegene Energie- und Tierarztkosten und Fachkräftemangel. Das Nürnberger Tierheim musste eine neue Heizungsanlage eingebaut werden, auch das Dach muss dringend saniert werden. Ohne finanzielle Unterstützung drohe der Investitionsstau weiter anzuwachsen.

Nach Schätzungen des Deutschen Tierschutzbundes dürfte der Investitionsstau der deutschen Tierheime in dreistelliger Millionenhöhe liegen. Allein in den über 750 Tierschutzvereinen mit rund 550 vereinseigenen Tierheimen und tierheimähnlichen Einrichtungen, die dem Dachverband angeschlossen sind, fehlen rund 160 Millionen Euro. 2024 hat das Nürnberger Haus über 4000 Tiere aufgenommen. Der Großteil der Tiere kommt mittlerweile aus Beschlagnahmungen der Behörden. Die Entwicklungen zeigen: Die Arbeit der Tierheime wird immer wichtiger; von den politischen Verantwortlichen werden sie jedoch im Stich gelassen.