Rohr/Weißenburg - Startschuss für den Zukunftswald in Rohr: Ein klimastabiler Waldumbau ist das Ziel eines Projektes, das die Gemeinde, Netzbetreiber Tennet und das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) derzeit umsetzen. Das wird konkret gemacht.
06.11.2025 19:00 Uhr

Felix Fröhlich, Bürgermeister von Rohr, hat gemeinsam mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) ein Projekt initiiert, bei dem der Übertragungsnetzbetreiber Tennet maßgeblich mitwirkt. Jüngst wurde nach zweijähriger Vorbereitung der Startschuss für den Zukunftswald gegeben, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Dazu enthüllten alle Beteiligten ein Hinweisschild im Wald und pflanzten erste, klimastabile Bäume.

Tennet sieht in dem Waldumbau ein Leuchtturmprojekt, das einen erheblichen Beitrag zur regionalen Umweltentwicklung leisten soll. Der Zukunftswald Rotenberg kompensiert bis zu 40 Hektar Natureingriffe, die durch den Ersatzneubau der Juraleitung im Abschnitt A-West verursacht werden. So deckt das Projekt mehr als die Hälfte des 75 Hektar umfassenden Kompensationsbedarfs in diesem Abschnitt ab.

Eichen, Buchen und Linden werden in Rohr gepflanzt

Ziel des Zukunftswaldes ist es, einen klimastabilen Wald zu schaffen, der den aktuellen und zukünftigen Klimaherausforderungen besser gewachsen ist. Dazu werden Eichen, Buchen und Linden gepflanzt, um den vorherrschenden Nadelwald zu diversifizieren. Alle relevanten Akteure in Rohr, darunter die Gemeinde, Tennet, lokale Waldbesitzer, Naturschutzbehörden, der Bauernverband, die Jagdgenossenschaft, die Forstbetriebsgemeinschaft Heideck-Schwabach und die Baumschule Gracklauer aus Gunzenhausen, ziehen an einem Strang.

Das AELF Roth-Weißenburg leitet das Vorhaben, um den Wald gegen steigende Temperaturen und Schädlingsbefall zu rüsten. Im Süden des Rotenbergs, auf Schwabacher Stadtgebiet, entstehen mit finanzieller Unterstützung des Freistaats zusätzliche klimastabile zehn Hektar Wald. Damit umspannt das gesamte Projekt eine Waldumbaufläche von insgesamt 50 Hektar, die größte ihrer Art in Bayern.

Der Zukunftswald braucht eine Kombination von Maßnahmen: Durchforstungen des Bestandswalds, die Pflanzung von 150.000 jungen Laubbäumen wie Eichen und Buchen bis Weihnachten und die Erhöhung der Abschussquoten beim Rehwild, um Verbiss zu reduzieren. Tennet übernimmt einen erheblichen Kostenanteil, sodass alle Beteiligten profitieren. Die Gemeinden erhalten einen klimastabilen Wald, während Tennet Ausgleichsflächen für den Juraleitungsbau gewinnt.

Die benötigten Ausgleichsflächen werden per Grunddienstbarkeit solange gesichert, wie das Projekt läuft. Waldeigentümer bleiben Eigentümer der Flächen, erhalten jedoch eine Entschädigung über einen Ökopunkte-Anbieter, die Firma Gracklauer. Diese übernimmt auch, falls gewünscht, die Waldpflege für die nächsten 25 Jahre.

Hintergrund des Projekts ist der Ersatzneubau der Juraleitung, einer bestehenden Stromleitung zwischen Raitersaich in Mittelfranken und Altheim in Niederbayern, den Tennet im Auftrag des Bundesgesetzgebers durchführt. Trotz einer umweltverträglichen Trassenplanung sind Natureingriffe nicht vermeidbar. Um diesen Eingriffen gerecht zu werden, unterstützt Tennet Naturschutzprojekte, die in der Nähe der Stromtrasse liegen, um sämtliche gesetzlichen Verpflichtungen zur Kompensation gemäß Bundesnaturschutzgesetz zu erfüllen. Der Zukunftswald Rotenberg ist ein solches Projekt.