Landkreis Bayreuth - Die SPD im Landkreis Bayreuth will es wissen und hat die Medienfachwirtin zu ihrer Kandidatin für die Landratswahl 2026 gekürt. Wofür die 49-jährige Weidenbergerin steht und was sie vorhat.
23.10.2025 18:00 Uhr

Bei der Aufstellungsversammlung zur Kommunalwahl des SPD-Kreisverbandes Bayreuth-Land standen die 35 Delegierten im Sportheim des SV Weidenberg hinter ihrer nun offiziell aufs Schild gehobenen Landratskandidatin: Stephanie Hartmann-Erdal. Unter großem Applaus verkündete der Wahlleiter und SPD-Bezirksgeschäftsführer Oliver Jauernig das einstimmige Votum für die 49-jährige Medienfachwirtin aus Weidenberg, so eine Pressemeldung der SPD. Auch die Liste der Kandidaten für den Kreistag wurde von den Delegierten einstimmig beschlossen.

„Wir sind froh, mit Stephanie Hartmann-Erdal eine gleichermaßen kompetente wie sympathische und zupackende Persönlichkeit für das Amt der Landrätin den Wählerinnen und Wählern anbieten zu können“, sagte Kreisvorsitzende Silke Winkelmaier, die sich in ihrer Begrüßungsrede einen Seitenhieb nicht verkneifen konnte: „Wenn sich die CSU rühmt, auf den ersten vier Plätzen 50 Prozent Frauenanteil zu haben, dann kann ich nur müde lächeln. Unsere Liste ist bis Platz 35 quotiert. Und da am Wahltag im März 2026 auch internationaler Frauentag ist, freut es mich umso mehr, dass wir mit einer Landratskandidatin an der Spitze der Kreistagsliste in den Wahlkampf ziehen können“.

Gemeinsame Ideen statt persönlicher Egos

Hartmann-Erdal stehe mit ihrer Kandidatur für eine Politik, die den Menschen in den Mittelpunkt stelle und für gemeinsame Ideen statt für persönliche Egos kämpfe. „Mit ihrer konstruktiven Art und ihrer positiven Grundhaltung wird sie Weichen stellen für die Zukunft unseres wunderschönen Landkreises“, so Winkelmaier.

Stephanie Hartmann-Erdal erklärte: „Ich stehe heute nicht hier vorne, weil ich eine politische Karriere geplant habe. Ich bin hier, weil ich in meinem Leben früh gelernt habe, Verantwortung zu übernehmen – und Entscheidungen zu treffen. Für meine Eltern, für meine Kinder, für Mitarbeiter und die Zukunft meiner ganzen Familie. Ich habe früh lernen müssen, wie wichtig es ist, Dinge zu regeln, statt sie nur zu diskutieren. Deshalb bin ich sehr lösungsorientiert und nicht problemverliebt.“ Sie entscheide klar, handle mit Überblick und stehe immer zu ihrem Wort. „Ich will Landrätin werden, weil ich sehe, wie sich der Ton in der Politik verändert. Weil Härte, Pauschalisierungen und Angstmacherei den Diskurs vergiften“, so die Politikerin.

Sie stehe voll hinter der Seilbahn am Ochsenkopf. Das Fichtelgebirge sei eine Tourismusregion und davon abhängig. „Solche Projekte können die Fichtelgebirgsgemeinden nicht alleine schultern und daher ist es richtig, dass der Landkreis hier zur Seite steht. Letztlich profitiert der gesamte Landkreis, wenn ein Projekt in einer Region Arbeitsplätze schafft oder Tourismus anzieht.“

Gleichzeitig dürfe aber nicht übersehen werden, dass auch andere Kommunen im Kreis vor großen Herausforderungen stünden. Diese Orte hätten genauso Anspruch auf Unterstützung, auf Impulse, auf Entwicklung. Der Landkreis könne und dürfe nicht in Himmelsrichtungen zerfallen. „Wir gehören zusammen. Wir profitieren alle von Investitionen – egal, ob sie in Fichtelberg, Mistelbach, Gefrees oder Speichersdorf stattfinden. Deswegen müssen wir schon auch gemeinsam überlegen und prüfen, ob die Gründung eines Zweckverbandes zur Förderung des Tourismus und des Wintersports im südlichen Landkreis als Äquivalent zum Zweckverband im Fichtelgebirge ein machbarer und gangbarer Weg sein könnte“.

Die Zukunft des Klinikums, die Mobilität im ländlichen Raum, die Seniorenpolitik, das RIZ und die Stärkung der Gesundheitsversorgung in der Fläche waren ebenfalls Teil ihrer Ausführungen.

„Sparpolitik darf nicht zu sozialer Kälte führen“

Natürlich müsse man stets die Finanzen im Blick behalten. Diese sähen nicht nur im Kreis Bayreuth nicht gerade rosig aus. „Ja, wir haben einen Konsolidierungshaushalt. Aber ich sage klar: Sparen ja, aber nicht bei denen, die Unterstützung brauchen. Nicht bei Familien, nicht bei Pflege, nicht bei Jugendhilfe und Kultur. Es gibt Förderprogramme, interkommunale Kooperationen, digitale Verwaltungsoptimierungen. Wir müssen diese Chancen aktiv nutzen“, sagte Hartmann-Erdal. „Sparpolitik darf auf keinen Fall zu sozialer Kälte führen.“

Mit Silke Winkelmaier betonte sie im Schlusswort, dass man nur gemeinsam gewinnen könne. „Wir haben nicht nur eine starke Liste von Kandidatinnen und Kandidaten, wir haben ein starkes Team, das den gesamten Landkreis widerspiegelt. Nur gemeinsam können wir den Landkreis in eine Zukunft führen, die den aktuellen Status mit finanziellen Herausforderungen, trennenden Haltungen und Vorwürfen und populistischen Wind von rechts überwindet und für uns, unsere Kinder und Kindeskinder lebenswert macht.“


SPD-Kandidaten für Kreistag Bayreuth

1. Stephanie Hartmann-Erdal, 2. Stephan Unglaub, 3. Silke Winkelmaier, 4. Florian Fähnrich, 5. Thea Koch,

6. Thomas Masel, 7. Claudia Stapelfeld, 8. Matthias Böhner, 9. Zuhal Giray, 10. Peter Kraus, 11. Katja Meixner,

12. Matthias Mann, 13. Heidi Gentsch, 14. Andreas Heißinger, 15. Irene von der Weth, 16. Oliver Winkelmaier,

17. Daniela Miklis, 18. Michael Schreier, 19. Annke Gräbner, 20. Ingo Jeray, 21. Jessica Rauch 22. Dr. Peter Fülle 23. Birgit Drescher 24. Karl Lothes 25. Dana Eibl 26. Bernd Brosig 27. Xenia Keil 28. Udo Lunz 29. Ariane Colbentson 30. Jürgen Prinzewoski 31. Heidi König 32. Jens Stenglein 33. Tanja Korte 34. Lukas Höhn 35. Marion Tost 36. Stefan Lauterbach 37. Michael Eitner 38. Johannes Kasel 39. Giuseppe Sollecito 40. Rudi Heier 41. Klaus-Dieter Löwel 42. Thomas Hauenstein 43. Harald Kröhn 44. Werner Braun 45. Thorsten Fritsche 46. Sven Böhner 47. Albrecht Diller 48. Jürgen Masel 49. Eric Selle 50. Michael Gottschalk 51. Johannes Brenner 52. Felix Ruck 53. Thomas Rauch 54. Christian Korte 55. Horst Zwing 56. Tobias Börner 57. Reinhard Schmidt 58. Oliver Baumann 59. Manfred Präcklein 60. Anette Kramme.