Fort Myers, Florida - Dichte Mangroven, endlose Strände und das Erbe bedeutender Erfinder: Fort Myers lockt mit Natur, Geschichte und einem Hauch Mystik. Hier tummeln sich Delfine und weltberühmte Pioniere kamen zur Ruhe. Eine Reise zwischen Inseln und Inspiration.
25.10.2025 07:05 Uhr

Weiße Strände, gesäumt von Palmen, erstrecken sich entlang der Inseln vor Fort Myers scheinbar endlos. Die Stadt im Sonnenscheinstaat Florida, in den Vereinigten Staaten von Amerika, ist geprägt von paradiesischen Küstenlinien und üppigen Mangrovenbäumen, zwischen denen Seekühe lautlos durchs Wasser gleiten. Der Ort strahlt eine Ruhe und Idylle aus, die schon manchem Genie den Geist beflügelt hat.

Zur Inspiration verführt: Die Anwesen von Edison und Ford in Florida

Ein Ort, an dem Pflanzen gedeihen, sich die Tierwelt entfaltet und sonnige Tage sich mit lebensspendendem Regen im Zuge der Stürme abwechseln, scheint vielen Menschen Inspiration zu verleihen. Künstler, Forscher und Erfinder – oder hart arbeitende Menschen, die sich den amerikanischen Traum erfüllen – lassen sich hier nieder.

Im Zentrum der Stadt, direkt am Caloosahatchee River, der sich zwischen Cape Coral und Fort Myers erstreckt, liegt ein geschichtsträchtiges Erbe: die „Edison and Ford Winter Estates“ – die Winteranwesen der zwei bedeutendsten amerikanischen Erfinder, Thomas Edison und Henry Ford. Dort verbrachten sie mit ihren Familien die Wintermonate. Die typisch in Holzrahmenbauweise errichteten Häuser stammen aus den 1890er-Jahren und sind umgeben von Gärten, in denen mehr als 400 Pflanzenarten aus sechs Kontinenten wachsen und gedeihen. Zwischen Orchideen, Rosen, Mangobäumen und exotischsten Palmen lässt sich gut nachvollziehen, warum die Pioniere hier ihren Geist frei und ungestört ihren Erfindungen widmen konnten.

Im Jahr 1947 überschrieb Edisons Frau Mina das Anwesen für einen symbolischen Dollar an die Stadt Fort Myers. Heute können Besucher aus aller Welt das Vermächtnis der Ikonen bestaunen. Im Laufe der Jahre entstand neben den Anwesen auch ein Museum, in dem viele bedeutende Erfindungen – wie der erste Phonograph oder das Kinetoskop – im Originalzustand erhalten geblieben sind.

Den Stolz der Stadt auf dieses Erbe sieht man überall: in Straßennamen, Geschäftsschildern und Restaurantthemen. Henry Ford war Inspiration für die Restaurantkette „Ford‘s Garage“, die mit Autogaragen-Flair überrascht: Türklinken aus Tankhähnen, Waschbecken aus Autoreifen und Zwiebelringhalter aus Öltrichter.

Die Inseln Sanibel und Captiva - Teil von Fort Myers und doch eine andere Welt

Unmittelbar vor der Küste liegen die Inseln Sanibel und Captiva, die Fort Myers vom offenen Ozean abschirmen. Über eine lange Brücke gelangt man mit dem Auto in diese beinahe andere Welt. Auf Captiva sucht man Partymeilen und große Hotelketten vergebens – stattdessen: weiße Sandstrände, Palmen und kleine Resorts, wie „Tween Waters“. Der Name passt perfekt, denn es liegt tatsächlich „between the waters“, also zwischen dem Golf von Mexiko und dem Intracoastal Waterway.

Hier steht Entspannung ganz oben auf der Tagesordnung. Das Resort „Tween Waters“ bietet seinen Gästen kostenlos Fahrräder und Kanus zur Ausleihe an. Besonders in den frühen Morgenstunden, lohnt es sich, diese Gelegenheit zu nutzen. Wenn die Insel langsam erwacht und die Sonne den Tag begrüßt, ziehen Seekühe durch das flache Küstenwasser neben den Mangroven, auf der Suche nach ihrem Frühstück. Fast lautlos gleitet man mit dem Kanu durch die Gewässer – und hin und wieder taucht die graue Schnauze der sanften Riesen zum Luftholen auf.

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Mit dem Kanu kann man leise und unscheinbar die Küstenlandschaft der Inseln entlang paddeln. © Lara Feser

Bootsfahrt entlang der Mangroven und Inseln vor Fort Myers - Delfine, Haie, Seekühe

Generell lohnt es sich, die Gewässer vor Fort Myers per Boot zu erkunden. Die Unterwasserwelt des Golfs von Mexiko bietet eine Artenvielfalt, wie wir sie in Europa kaum kennen. Rund um die Inseln leben viele Große Tümmler – jene Delfinart, die durch Geschichten wie „Flipper“ berühmt wurde. Die Tiere sind alles andere als scheu, denn sie haben sich längst an Menschen und Boote gewöhnt. Oft dauert es nicht lange, bis sich die Delfine einem Boot nähern. Neugierig und verspielt schwimmen sie nebenher – wer ihnen genügend Applaus und Aufmerksamkeit schenkt, darf sich mit etwas Glück auch über ihre Sprungkünste freuen.

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Delfine sind in Fort Myers an Menschen gewöhnt und schwimmen oft ganz nah neben den Booten her. © Lara Feser

Doch nicht nur freundliche Bewohner tummeln sich in den Gewässern: Auch Haie, insbesondere Bullenhaie, sind hier heimisch. Diese gelten als besonders aggressiv. Auch wenn der Mensch nicht auf ihrem Speiseplan steht, ist Vorsicht geboten. Haiangriffe sind in Florida zwar sehr selten – dennoch sollte man nachts oder in der Dämmerung lieber nicht baden gehen.

Wenn die Sonne Abschied nimmt - Magie am Horizont

Die Tage in dieser paradiesischen Region vergehen schneller, als man es sich wünscht, und die Sonne verabschiedet sich täglich mit einem spektakulären Farbenspiel aus feurigen Rot- und Orangetönen. Wer den Blick zum Horizont richtet, wenn sie langsam im Meer versinkt, kann mit etwas Glück ein seltenes Naturphänomen beobachten: den „Grünen Schein“. Dieser geheimnisvolle, smaragdgrüne Lichtblitz erscheint für den Bruchteil einer Sekunde genau in dem Moment, in dem die Sonne hinter dem Horizont verschwindet – ein Hauch von Magie, ein letzter Gruß des Tages.

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Es ist beinahe eine Art Ritual den Sonnenuntergang in paradiesischen Regionen wie Fort Myers zu beobachten. © Lara Feser


Reiseinfo Fort Myers

www.visitfortmyers.com/de/
Die beste Zeit für einen Besuch liegt zwischen November und April. Dann ist es trocken, sonnig und nicht zu heiß. Die Sommermonate sind schwül und bringen häufig Gewitter - sowie Hurrikanrisiko.

Einen Direktflug aus Nürnberg gibt es leider nicht. Am einfachsten ist die Anreise mit Umstieg über Frankfurt. Discover Airlines fliegt zweimal wöchentlich nonstop von Frankfurt (FRA) nach Fort Myers (RSW), meist donnerstags und samstags. Die Flugzeit beträgt etwa 10 Stunden 30 Minuten.

Tipp: Ein Mietwagen ist empfehlenswert, um flexibel zu Inseln wie Sanibel oder Captiva sowie den Edison & Ford Winter Estates zu gelangen.

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Florida Reisegrafik © gute reise Infografik