
Das Kandidaten-Karussell zur Bürgermeisterwahl beginnt sich zu drehen. Anne Stöcker-Schmaranz wirft als Erste ihren Hut für die Lindenhardter Umlandliste (LUL) in den Ring.
Anne Stöcker-Schmaranz stammt aus Ibbenbüren in Nordrhein-Westfalen, ist dort mit drei jüngeren Brüdern aufgewachsen, hat Abitur und eine Ausbildung zur Bankkauffrau gemacht. Dem schloss sich ein Studium der Betriebswirtschaft an der FH in Trier an, das die heute 50-Jährige mit dem Diplom-FH-Titel abschloss. Danach bekam sie ein Teilstipendium in den USA und machte ihren Master in International Management.
Lindenhardt ist die Mitte zwischen Graz und Ibbenbüren
2001 kam sie zurück nach Ibbenbüren, hat verschiedene Praktika – unter anderem als Marketingtrainee bei einem Pharmaunternehmen – gemacht und ihren Mann Klaus kennengelernt, der in Österreich lebte. „Wir sind nach einer Fernbeziehung dann in der Nähe von Graz zusammengezogen“, erzählt sie. Dort war sie bei einer Schuhhandels GmbH als Assistentin der Geschäftsführung tätig. Seit sie 2007 und 2008 ihre zwei Söhne bekam, hat sie sich bewusst dafür entschieden, daheim zu bleiben, hat Homeoffice- und Teilzeit-Jobs gemacht. „2019 sind wir dann nach Deutschland gezogen“, so Stöcker-Schmaranz weiter. Warum nach Lindenhardt? „Das ist die Mitte zwischen Graz und Ibbenbüren“, sagt sie lachend. Die Fränkische Schweiz hatten sie vorher schon kennengelernt, es gefiel ihnen.
Bei der vergangenen Kommunalwahl 2020 war sie schon auf der Stadtratsliste der Lindenhardter Umlandliste auf dem letzten Platz angetreten, wurde einen Platz vorgewählt. Warum tritt sie jetzt für das Bürgermeisteramt an? „Ich will was verändern“, sagt sie, „bin erschüttert und frustriert, wie die Stadt-Führung mit ihren Bürgern umgeht.“ Hier bezieht sie sich in erster Linie auf das Thema Kanalsanierung in Lindenhardt, die kürzlich abgeschlossen wurde. Aber allgemein bemängelt sie, dass es auf Fragen oft keine Antworten gebe. Noch heute warte sie auf das Protokoll einer Bürgerversammlung, das nicht öffentlich gemacht werde, sagt sie. „Das finde ich nicht richtig.“
„Aber es waren kaum Lindenhardter da“
Was will sie anders machen im Falle eines Wahlsieges? „Den Menschen zuhören, aus Projekten die Luft rauslassen, die Bürger mitnehmen“, zählt sie auf. Vieles werde den Bürgern übergestülpt, sagt sie und verweist wieder auf den Kanal in Lindenhardt. „Trennsystem ja, aber da, wo es hinpasst“, sagt sie, „man hätte andere Meinungen einholen müssen.“ Grundsätzlich gehe es nicht um Millionen-Förderungen, sondern darum, „wie die Dinge kleiner und bescheidener geregelt werden können“. Und noch mal Kanal Lindenhardt: „Bei der Abschlussfeier vor kurzem war ein Minister und der Landrat da, um zu zeigen, wie toll alles ist“, kritisiert sie, „aber es waren kaum Lindenhardter da, obwohl sie mit freien Bratwürsten geködert wurden.“
Aber auch in anderen Bereichen würden die Bürger nicht angehört, sagt Stöcker-Schmaranz und nennt als Beispiel die Situation im Ortsteil Neuhof, wo sich Bürger über beschlagene Verkehrsspiegel und der daraus entstehenden Gefahrensituation für Schulkinder beschwert hatten. Es herrsche viel Unzufriedenheit und Frust, habe sie aus Gesprächen und der Presse erfahren. Noch ein Beispiel: „Die Stadt hätte das Bugiel-Anwesen am Heziloplatz kaufen können und zu einer Betreuungseinrichtung für Kinder und Senioren umbauen können“, sagt sie, „das wäre günstiger gekommen als die Millionenausgabe bei der Kita Rosenthal.“ Vorhandenes müsse genutzt werden, das sei günstiger und schneller umsetzbar.
Grundsätzlich gehe es um Sachthemen und nicht um Parteienpolitik. Sie würde sich wünschen, dass im Stadtrat mehr öffentlich behandelt würde. Aus Gesprächen mit aktuellen Stadträten wisse sie, „dass mehr nicht öffentlich ist als nötig“. Transparenz und die Bürger respektvoll behandeln, das ist ihr wichtig und deshalb will sie im Wahlkampf den Leuten zuhören, den Kontakt zu ihnen aufnehmen und sie nach ihren Anliegen fragen. „Aber nicht als Haustürwahlkampf, sondern in Infoveranstaltungen, mit Flyern oder in Anschreiben“, sagt sie. So genau kann sie es noch nicht sagen, das müsse jetzt alles geplant werden.
Vor einer Woche war Stöcker-Schmaranz mit gut 83 Prozent bei einer Versammlung der LUL zur Bürgermeisterkandidatin nominiert worden. Gleichzeitig war auch die Stadtratsliste aufgestellt worden. Kandidiert sie hier auch? „Ja“, sagt Stöcker-Schmaranz, „auf dem ersten Platz.“ Falls sie nicht Bürgermeisterin werde, dann wenigstens Stadträtin.
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