
Kulturelle Relevanz und ehrenamtliches Engagement: Der Ältestenrat der Stadt Erlangen würdigt den Erlanger Kneipenchor für seine herausragenden kulturellen Verdienste mit dem Ehrenbrief der Stadt. Die Übergabe durch Oberbürgermeister Florian Janik fand in der Clubbühne des Kulturzentrums E-Werk statt. Mehr als 40 Sängerinnen und Sänger waren vor Ort und feierten gemeinsam die Ehrung.
„Als wir den Chor gegründet haben, hätten wir nie gedacht, dass daraus so ein toller, vielfältiger Chor wird, der Menschen durch Gesang, Musik und Gemeinschaft zusammenbringt“, sagt Vivian Bärthlein, Gründerin und organisatorische Leiterin. „Heute zählen wir zu den ersten Chören der deutschlandweiten Kneipenchorszene – und bekommen sogar eine Auszeichnung der Stadt. Das zeigt: Musik verbindet.“
Der Chor hat sich seit seiner Gründung zu einem festen Bestandteil des Erlanger Kulturlebens entwickelt. Was 2016 als Kleingruppe begann, ist schnell zu einem beliebten vierstimmigen Alternativchor, bestehend aus etwa 65 Personen im Alter von 20 bis 70 Jahren, herangewachsen. Das Liederrepertoire ist genauso bunt wie der Chor selbst: von Queen bis Bach, über Mine, Supertramp, die Donots und wieder zurück. Mit Auftritten auf Straßenfesten, Weihnachtsmärkten, Kerwas und Demonstrationen sowie eigenen Formaten wie dem Kneipenchorfestival, offenen Proben und Konzerten in Erlanger Kneipen gestaltet der Chor das Stadtbild aktiv mit.
Dabei geht es dem Erlanger Kneipenchor um mehr als Musik: Von Beginn an hatten es sich die Sängerinnen und Sänger zum Ziel gesetzt, das Stadtbild aktiv mitzugestalten. Die Bühnen und Stimmen sollen sich auch stets für Demokratie und Menschlichkeit einsetzen. Der Kneipenchor schafft durch Proben und Auftritte einen niedrigschwelligen Zugang zu Musik. Er prägt Straßenfeste, Festivals und Kundgebungen, trägt #Kneipenchorliebe und Gemeinschaftsgefühl nach außen und wirkt im Sinne der kulturpolitischen Leitlinien Erlangens als gelebte Demokratie.
Zur Bundestagswahl im Frühjahr 2025 rief der Chor mit einem Video zum Song „Deine Schuld“ von Die Ärzte dazu auf, vom Wahlrecht Gebrauch zu machen und eine Stimme für die Demokratie abzugeben – für Vielfalt, Toleranz und eine Zukunft, die alle mitnimmt. Mit über 52.000 Aufrufen gelang damit ein kleiner viraler Hit. In den Kommentaren drückten Hunderte von Menschen ihre Zustimmung aus.
Sandra Schwarz, musikalische Leiterin des Erlanger Kneipenchors, ist begeistert: „Ich freue mich sehr über diese besondere Auszeichnung und danke der Stadt Erlangen von Herzen. Sie gilt nicht nur mir, sondern vor allem unserem Chor, der seit fast zehn Jahren mit Begeisterung singt und gemeinsam immer wieder neue Wege geht. Diese Anerkennung motiviert uns, weiterzumachen und noch viele musikalische Momente zu schaffen.“
Einer großen Feier zum zehnjährigen Jubiläum im nächsten Jahr steht nun nichts mehr im Wege. Gerade weil der Erlanger Kneipenchor so besonders ist, sind die Plätze im Chor heiß begehrt. Wer Teil davon werden möchte, hat nun eine Chance: Am 30. Oktober gibt es eine offene Probe im E-Werk. Alle Informationen dazu finden sich auf Instagram unter @erlangerkneipenchor – wo es zusätzlich noch jede Menge unterhaltsame Einblicke in den Alltag des Kneipenchors gibt.


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