
Die Nürnberger Beteiligungs-AG und die Vienna Insurance Group VIG haben nach positivem Abschluss der Due-Diligence-Prüfung und entsprechenden Verhandlungen am 16. Oktober 2025 eine Zusammenschlussvereinbarung unterzeichnet, wie der Nürnberger Versicherungskonzern mitteilt. Nun hat der Vorstand um Harald Rosenberger den Nürnberger-Aktionären empfohlen, dieses anzunehmen.
Ziel dieser Vereinbarung zur strategischen Partnerschaft sei, die Nürnberger bei ihrer Weiterentwicklung hin zu einem Präventionsversicherer mit nachhaltigem und profitablem Wachstum zu unterstützen, vielfältige Synergien zu nutzen und die Marktposition beider Partner in Deutschland und Zentral- und Osteuropa weiter auszubauen.
In der Vereinbarung zur strategischen Partnerschaft habe sich die VIG verpflichtet, allen Aktionären der Nürnberger ein „hochattraktives freiwilliges öffentliches Erwerbsangebot“ zu unterbreiten und beabsichtige, eine kontrollierende Mehrheitsbeteiligung an der Nürnberger zu erwerben, heißt es weiter. Der Angebotspreis beträgt 120 Euro pro Nürnberger-Aktie in bar. Dieser entspreche einer Prämie von 173 Prozent im Vergleich zum Dreimonatsdurchschnittskurs des Wertpapiers. Die Annahmefrist des Erwerbsangebots endet voraussichtlich am 21. November 2025.
Großaktionäre der Nürnberger und Vorstand liefern Anteile in das Angebot ein
Laut Pressemeldung hat die VIG der Nürnberger mitgeteilt, dass sich Aktionäre der Nürnberger wie etwa die Großaktionäre Münchener Rück, Versicherungskammer Bayern, Daido Life Insurance Company und Swiss Re verpflichtet haben, Aktien in Höhe von insgesamt rund 64,4 Prozent des Grundkapitals der Nürnberger in das Angebot einzuliefern. Auch die Vorstandsmitglieder der Nürnberger um Vorstandschef Harald Rosenberger haben demnach bestätigt, sämtliche von ihnen gehaltenen Aktien an der Assekuranz abzugeben.
Dem Abschluss der strategischen Partnerschaft sei eine tiefgreifende, etwa zehnmonatige Prüfung strategischer Optionen durch die Nürnberger sowie ein kompetitiver Prozess mit weiteren möglichen Partnern vorausgegangen: „Mit der VIG gewinnen wir einen starken Partner, der unsere Werte teilt und unsere strategische Weiterentwicklung unterstützt“, sagt Rosenberger. „Die Partnerschaft gibt uns die Möglichkeit, als eigenständiges Unternehmen unsere Transformation signifikant zu beschleunigen und damit auch unsere Marktposition weiter zu stärken.“
Arbeitsplätze bei der Nürnberger Versicherung sollen bestehen bleiben
Gegenstand der Vereinbarung seien neben der Sicherung des Standorts in Nürnberg auch weitreichende Zusagen für die bestehenden Arbeitsplätze und Betriebsvereinbarungen sowie Maßnahmen zur Bindung und Förderungen von Mitarbeitern, so die Assekuranz. Hinzu kommen Zusagen zur Identität, Marke und Eigenständigkeit innerhalb der Unternehmensgruppe. Zudem habe die VIG Finanzierungsgarantien und erhebliche Investitionen zur schnellen Umsetzung eines Großprojekts zur IT-Transformation zugesichert, das vorsehe, eine moderne, effiziente und zukunftsfähige Systemlandschaft zu schaffen.
Die Parteien beabsichtigen, soweit gesetzlich zulässig und vorbehaltlich der Sorgfalts- und Treuepflichten des Vorstands der Nürnberger, zeitnah nach Vollzug der Transaktion ein Delisting der Gesellschaftsaktien von allen Handelsplätzen durchzuführen, heißt es. Das Kaufangebot unterliegt behördlicher Freigaben.
Der Artikel wurde am 6. November 2025 aktualisiert.


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