Forchheim - Die NN-Redaktion in Forchheim ist etwas Besonderes: Sie berichtet aus einem oberfränkischen Landkreis für den mittelfränkischen Verlag Nürnberger Presse, der die Nürnberger Nachrichten herausgibt. Das hat gute Gründe. Porträt zum 80. NN-Geburtstag.
14.10.2025 08:00 Uhr

Seit November 1961 berichten die Nordbayerischen Nachrichten aus dem Kreis Forchheim als oberfränkischer Außenposten der mittelfränkischen Nürnberger Nachrichten, die jetzt ihren 80. Geburtstag feiern. Diese Aufgabe erfüllt das Team bis heute mit großer Leidenschaft.

Nicht nur, weil hier das Bier häufiger (und besser) als anderswo auf der Welt vor allem in kleinen Brauereien hergestellt wird. Die Leidenschaft speist sich auch nicht allein aus der steten Verfügbarkeit von Karpfen (in Monaten mit „r“), Schäuferla (mit „r“!) und Küchla (Schmalzgebäck ohne „r“).

Der Landstrich ist nämlich etwas Besonderes. Forchheim war seit alters Außenstelle der Bamberger Bischöfe. Wenn das frühere Bischofsschloss (Außenstelle!) in Forchheim „Kaiserpfalz“ heißt, dann auch deswegen, weil man sich als eine Stadt, in der in den Jahren 900 und 911 fränkische Könige gewählt wurden, ein wenig mehr Beachtung wünschte. Immerhin darf sich die Stadt rühmen, in einer Urkunde Kaiser Karls des Großen von 805 ersterwähnt worden zu sein.

Forchheim hat tiefe und enge Verbindungen nach Bamberg - doch die Orientierung der Menschen geht in die andere Richtung

Forchheim und der Landkreis haben also tiefe und enge Verbindungen nach Bamberg - doch die Menschen orientieren sich im Alltag eher in Richtung Erlangen und Nürnberg, dorthin, wo besser bezahlte Arbeitsplätze sind und die vielfältigeren Einkaufsmöglichkeiten. Eine Redaktion der NN in Forchheim anzusiedeln, war also eine logische Entscheidung.

Die Fränkische Schweiz mit ihren Burgen, Bergen und Bächen ist Forchheims spektakuläres „Hinterland“. Hier regiert der Tourismus, Tagesausflügler treffen auf Stammgäste, Wanderer auf Mountainbiker und Sonntagsfahrer auf Hobby-Biker - leider oft ganz wörtlich.

Die Region erlebt, von uns stets dokumentiert, seit Jahrzehnten einen tiefen Wandel: von der Agrar- zur Dienstleistungsgesellschaft, von der Familien- zur Eventgastronomie, von großen Neubaugebieten zu städtischer Nachverdichtung. Wir berichten über Wohnungsmangel in der Stadt und Leerstände auf dem Land. Über reiche Kommunen im Regnitztal und Gemeinden im Herzen der Fränkischen Schweiz, die nur mit staatlicher Unterstützung überleben können.

Die Menschen im Landkreis Forchheim sind (meist) offen für Neues, halten aber an alten Traditionen fest

Doch die Menschen zwischen Gößweinstein und Hallerndorf, zwischen Eggolsheim und Gräfenberg bewältigen diese Herausforderungen mit erstaunlicher Resilienz. Sie sind (meist) offen für Neues, ohne Traditionen aufzugeben. So wird nach der Kirchweih natürlich der Betz’n ausgetanzt und beim Walberlafest führen die „Stäudla“ in Tracht einen Reigen um den Maibaum auf.

Uns macht es täglich aufs Neue Freude, den unterschiedlichen Weg der 30 Gemeinden und ihrer Menschen in die Zukunft zu begleiten. Nicht zuletzt, weil die Redaktion mitten in der Forchheimer Altstadt arbeitet, in einer früheren Getreidemühle direkt an der Wiesent. Alt und neu, Transformation und Tradition gehören quasi zu unserem Arbeitsalltag. Und das seit fast 64 Jahren.


Das ist die Redaktion Forchheim

Die NN-Redaktion Forchheim besteht aus: Uwe Wuttke, Philipp Rothenbacher, Jasmin Siebert, Annika Falk-Claußen, Katja Kiesel, Maria Müller (Assistenz), Patrick Schroll (stv. Redaktionsleiter), Ulrich Graser (Redaktionsleiter), Denise Jung (Assistenz), Michaela Deuerling-Schulbert (Assistenz).


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