Erlangen - Ob Medizin, Physik oder Biologie - die Forschenden an der Friedrich-Alexander-Universität sind weltweit spitze. Das zeigt ein neues Ranking der Stanford-Universität, das zitierte Forschungsarbeiten auswertet. Besonders ein Fachgebiet sticht heraus.
25.09.2025 16:55 Uhr

Es ist eine wichtige Währung in der Wissenschaft: Zitate. Wie häufig andere die Arbeiten eines Forschers oder einer Forscherin erwähnen, zeigt, wie bedeutend ihre Arbeit ist. Deshalb erstellt die Stanford-Universität aus Kalifornien, eine der renommiertesten ihrer Art, jedes Jahr eine Liste der meistzitierten Wissenschaftler.

In diesem Jahr haben es mehr als 230 Professorinnen und Professoren der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) darauf geschafft. Vier davon sind in ihrem Fachgebiet sogar unter den besten Zehn gelandet, vier weitere in den Top 50.

Am besten schneidet die Medizin in Erlangen ab. Sie ist mit gleich 100 Personen auf der Rangliste vertreten. Allen voran Georg Schett, Uni-Vizepräsident für Forschung und Direktor der Medizinischen Klinik 3 am Uniklinikum für Rheumatologie und Immunologie. Er belegt weltweit Platz fünf der am meisten zitierten Forschenden in der klinischen Medizin. Vor allem chronisch-entzündliche Erkrankungen und Autoimmunerkrankungen sind sein Fachgebiet.

Den achten Platz im selben Fachgebiet teilen sich Abbas Agaimy, leitender Oberarzt und Stellvertretenden Direktor des Pathologischen Instituts, und Markus Neurath, Direktor der Medizinischen Klink 1 für Gastroenterologie, Pneumologie und Endokrinologie. Manfred Rauh belegt hier Rang 37. Er leitet am Uniklinikum das Labor der Kinder- und Jugendklinik.

Rang sechs in der biomedizinischen Forschung geht an Donat-Peter Häder, Botaniker und von 1988 bis 2009 Inhaber des Lehrstuhls für Ökophysiologie der Pflanzen an der Friedrich-Alexander-Universität. Er beriet unter anderem die Vereinten Nationen zur Zerstörung der Ozonschicht.

In der Kategorie Schlüsseltechnologien belegt Aldo Boccaccini den 22. Platz. Der Ingenieur forscht an neuen Biomaterialien für die Medizin. In Physik und Astronomie liegt Matthias Thommes mit seinem Lehrstuhl für Thermische Verfahrenstechnik auf Rang 36.

Einer der Hauptautoren des Weltklimaberichts forscht in Erlangen

Wolfgang Kiessling hat es in den Umweltwissenschaften auf den 45. Platz geschafft. Der Paläobiologe erforscht die Bedrohung der Arten durch den Klimawandel und ist einer der Hauptautoren des Weltklimaberichts der Vereinten Nationen.

Insgesamt 236 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg gehören laut der diesjährigen Stanford Liste zu den top zwei Prozent der meistzitierten Forschenden - einer weniger als im vergangenen Jahr. Das Ranking berücksichtigt weltweit 236.313 Forschende. Davon kommen 10.665 aus Deutschland.