
Gemeinsam mit der Jugendvermittlung des Jobcenters veranstaltet der Süddeutsche Schaustellerverband seit bereits zehn Jahren eine ungewöhnliche Jobbörse im Riesenrad: Das „Azubi Speed-Dating“ will Jugendlichen helfen, und zwar abseits von Bewerbungsschreiben. Das einzige, was man tun muss, ist, am letzten Volksfestfreitag zum Riesenrad zu kommen. Am 12. September warteten dort fast 25 Vertreter von Firmen aus der Region, teilt der Schaustellerverband mit. Darunter Aldi Süd, Arvena Hotel, Baumüller, Bundeswehr, Ebl, Fristo, Max Bögl, N-Ergie, Siemens energy, VAG und WBG. Nach einer formlosen Anmeldung geht es in die Riesenradgondel, um eine Fahrt lang mehr über die gewünschte Ausbildung zu erfahren.
Wie das abläuft? Zum Beispiel so: Monika Gruber und Jasmin Bohl von der Firma Kings & Queens suchen Azubis für Modeatelier, Kosmetik, Modedesign. In der Riesenradgondel, erzählen sie, haben sie einen an Mode interessierten Bewerber zum Probearbeiten einladen können. Außerdem werde eine junge Frau für die Kombiausbildung Kosmetik/Friseurin hospitieren. Anna Erbes aus der Personalabteilung des Staatstheaters Nürnberg sucht Azubis für Veranstaltungstechnik. Ton, Video, Beleuchtung, Elektro gehören zu den Lehrinhalten. Bei Erbes haben zwei Bewerber in der Gondel Platz genommen und tatsächlich: Demnächst wollen sie zum Praktikum ins Staatstheater kommen.
So unterschiedlich die Ausbildungsberufe sind, so unterschiedlich sind die Interessenten. Manche kommen ein Jahr vor dem Schulabschluss und wissen recht genau, was sie wollen. Andere haben etliche Jahre nach dem Schulende immer noch nicht das Richtige gefunden. Weitere seien unentschlossen oder hätten unrealistische Träume, so ein Sprecher des Schaustellerverbandes. Das ebenfalls anwesende Fachpersonal vom Jobcenter könne für nahezu jeden einen Weg aufweisen.
Azubi Speed-Dating: Die Jugendlichen suchen auf dem Volksfest Nürnberg einen Plan für die Zukunft
Da ist zum Beispiel die 15-jährige Dima, in Syrien geboren und seit acht Jahren in Deutschland. 2026 möchte sie die Realschule abschließen. Sie ist Boxerin beim 1. FCN und will eigentlich zum Bund als Notfallsanitäterin, doch die deutsche Staatsbürgerschaft fehlt noch. Bis dahin möchte sie eine weitere Ausbildung machen. Der 22-jährige Joshua hatte seine Handwerkslehre wegen eines komplizierten Armbruchs abgebrochen, nun will er vielleicht im Fahrbetrieb der VAG arbeiten. Sejad stammt aus Afghanistan und ist seit drei Jahren in Deutschland. Er geht noch ein Jahr auf die Wirtschaftsschule, dann möchte er die Ausbildung zum Fachinformatiker absolvieren. Nach dem Speed-Dating wird klar: Wahrscheinlich kann er sehr bald ein Praktikum machen.
Erfunden und weiterentwickelt haben das Format Martina Windisch, beim Jobcenter für die Jugendvermittlung zuständig, und Barbara Lauterbach, damals Marketingleiterin des Schaustellerverbandes.
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