Nürnberg - Beim Sommerinterview in der ARD zeigt Söder, was er am besten kann: sich gut verkaufen. Eine Steilvorlage verpasst er allerdings, kommentiert Redakteur Robin Walter.
25.08.2025 14:03 Uhr

Auswärtsspiel in Berlin: Für Markus Söder war das ARD-Sommerinterview am Spreeufer ein politisches Pflichtspiel, bei dem er sein volles Rhetorik-Repertoire präsentieren konnte.

Stilmittel seiner Wahl: Superlative. Söder lässt keine Gelegenheit aus, sich dieser zu bedienen, immer dann, wenn es um sein Bayern geht. In populistischer Manier ist der Freistaat das größte, schönste und erfolgreichste aller Bundesländer, auch im Fußball.

Womit wir bei den Sportplatz-Metaphern wären: So sei die verhunzte Verfassungsrichterinnenwahl kein Fehler, sondern ein blödes Gegentor und die AfD keine Gefahr für die Demokratie, sondern der Gegner auf dem Platz, auf den man sich nicht zu sehr versteifen solle.

In der Schnellfragerunde, quasi beim Elfmeterschießen, zirkelt Söder rhetorisch den Ball allerdings gewaltig neben das Tor. Auf die Frage, welchen Salat er bei seinem Instagram-Format „Söder isst“ vorstellen würde, wählt der Nürnberger den fränkischen Spargelsalat. Dabei vergisst er, dass für ihn, der so gern Fleisch isst und glaubt, damit ein politisches Statement gegen die Grünen zu setzen, der Wurstsalat die naheliegendere Antwort gewesen wäre.


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