
Wenn die Bässe wummern, die Nebelmaschinen rauchen und täglich rund 30.000 Menschen beim Open Beatz Festival feiern, dann ist auch das Fürther BRK dabei – mit einem Aufgebot, das dem bei einem Katastrophenschutzeinsatz gleicht. Für die Ehrenamtlichen ist das Festival deshalb weit mehr als ein Sanitätsdienst: „Das Open Beatz liefert uns wertvolle Praxiserfahrung, die eine klassische Übung niemals vermitteln könnte“, wird Einsatzleiter und Kreisbereitschaftsleiter Stefan Reißmann in einer Pressemitteilung zitiert. „Wir testen hier unser gesamtes Equipment, das wir auch im Katastrophenfall nutzen würden.“
Tatsächlich ist das dreitägige Festival zwischen Herzogenaurach und Puschendorf das größte Event, auf dem der Kreisverband Fürth jährlich den Sanitätsdienst stellt. Die Organisation dahinter ist hochkomplex. Das BRK hatte das weitläufige Gelände während des Festivals Ende Juli in taktische Einsatzabschnitte gegliedert. Herzstück war das zentrale Sanitätscamp, das direkt am Campingplatz angesiedelt war.
Schon Tage vor der Open-Air-Veranstaltung hatte der Aufbau der BRK-Sanitätslagers begonnen: mit einem mobilen Büro, einem 210 Quadratmeter großen Sanitätszelt mit drei abgetrennten Behandlungsplätzen, Schockraum, Registratur und je einem Ruheraum für Männer und Frauen sowie zwei weiteren Zelten zum Essen oder Ausruhen. Das Lager funktioniert unabhängig von der Festivalinfrastruktur. Strom liefern Aggregate, für Wasserversorgung und Kommunikation sorgen die Fachdienste der Sanitätsbereitschaften. „Wir bauen hier nichts weniger als eine Kleinstadt. Genauso, wie wir es auch im Katastrophenfall tun würden“, erläutert Reißmann. Lediglich gekocht wird nicht vor Ort, sondern im Atzenhofer Katastrophenschutzzentrum.
Regenwetter sorgte für zusätzliche Einsätze am Open Beatz Festival
Während die elektronischen Klänge das Gelände erfüllten, leisteten rund 300 Ehrenamtliche aus den Sanitätsbereitschaften und der Wasserwacht ihren Dienst, insgesamt rund 5500 Dienststunden. Das Regenwetter stellte die Einsatzkräfte diesmal zusätzlich vor Herausforderungen und führte zu mehr Einsätzen. Nach Angaben des Kreisverbands wurden mehr als 660 Menschen medizinisch versorgt, davon mussten 18 in ein Krankenhaus transportiert werden.
Trotzdem bleibe das Festival ein sicheres Ereignis, so Reißmann: „Der Veranstalter ist bestens vorbereitet und verfügt über einen umfassenden Notfallplan, der im Bedarfsfall schnell angewendet werden kann.“ Und auch das Fürther BRK halte jederzeit genügend Kräfte und Fahrzeuge bereit, um neben den Einsätzen auf dem Festival auch Notfälle in Stadt und Landkreis Fürth zuverlässig bewältigen zu können.
Aus den umliegenden BRK-Kreisverbänden finden sich jedes Jahr Rotkreuzlerinnen und Rotkreuzler, die die Fürther beim Sanitätsdienst unterstützen. „Das Open Beatz ist ein sehr friedliches Festival“, sagt Reißmann. „Für viele von uns ist das Event ein fester Termin im Kalender, wir planen unseren Urlaub entsprechend und genießen trotz der vielen Arbeit die gute Stimmung.“
Das spürte man auch auf dem Festivalgelände, wo das BRK mit mehreren Sanitätszelten zwischen den einzelnen Bühnen und Fußstreifen gut sichtbar war. Das Publikum dankte es mit Respekt. „Lasst die Sanis durch“, war im Gedränge wiederholt zu hören. Oft gab’s ein Dankeschön, manchmal sogar ein Selfie.




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