Berlin - Auch aus Licht kann man Kunst machen. Wie das geht, das stellt unser Berlin-Korrespondent Harald Baumer in der Kolumne „Baumers Berlin“ vor, die sich mit seinen Lieblingsorten in der Hauptstadt befasst.
05.08.2025 09:05 Uhr

„Fühlt sich so der Himmel an?“ Das fragte das Nachrichtenmagazin Spiegel, als es über ein Berliner Werk des weltbekannten Lichtkünstlers James Turrell schrieb. Der Vergleich mit dem Himmel mag jetzt dann doch ein wenig übertrieben sein. Aber absolut sehenswert ist es schon, was der Amerikaner da aus einer wenig genutzten Kapelle auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof machte.

Immer nach Sonnenuntergang geht es los. Die Farben des Raumes und des Altars wechseln fortwährend von einem zarten Blau zu Rosa, dann wieder von Rot zu Orange. Wer zehn Euro bezahlt und während der knappen Stunde (inklusive Einführungsvortrag) innen sitzt, der wird von Licht regelrecht umspült. Aber auch wer außen daran vorbeigeht, bekommt von den Lichtwechseln etwas mit. Der Titel: „Luthers Light“.

Der Amerikaner Turrell hat schon rings um den Globus gearbeitet. Unter anderem in Salzburg, Arizona, Wien, Spanien, Los Angeles und Freising schuf er mit Hilfe von natürlichem und künstlichen Licht seine Kunstwerke, die zum Meditieren einladen sollen. In Berlin, auf dem berühmten Dorotheenstädtischen Friedhof, passt dieses Entrücktsein natürlich ganz besonders gut.

Wie komme ich hin: Dorotheenstädtischer Friedhof, Chausseestr. 126, 10115 Berlin. Von der Haltestelle Oranienburger Tor (Linie U6) sind es noch 400 Meter zu Fuß. Zeiten und Kartenkauf über das Reservierungssystem billetto.eu.